Insolvenz
Qimonda stellt Produktion in Dresden ein

Der insolvente Speicherchiphersteller Qimonda stellt die Produktion am Standort Dresden vom 1. April an vorerst ein. Nach der bisher vergeblichen Investorensuche, teilte das Unternehmen den Produktionsstopp in Dresden am Freitag in München mit. Obwohl die EU zur Rettung des Unternehmens schnelle Entscheidungen über staatliche Hilfen signalisiert hat, sinkt die Hoffnung.

jojo/tia/HB MÜNCHEN/DRESDEN. Die Auflösungserscheinungen beim im Januar in die Insolvenz gegangen Unternehmen sind jedenfalls unübersehbar. So gut wie alle Mitarbeiter, die eine entsprechende Möglichkeit hatten, haben Qimonda bereits verlassen. Nach der Sitzung des Gläubigerausschusses am Freitag in München teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé mit: Es haben verschiedene Investoren Interesse bekundet. Verbindliche Angebote liegen jedoch noch nicht vor. "Es steht erwartungsgemäß fest, dass es bis Ende März keine abschließende Lösung geben kann." Dann läuft allerdings das Insolvenzgeld aus und Qimonda benötigt frisches Kapital.

Daher werde die Produktion in Dresden bis Ende März heruntergefahren. Das macht Jaffé, um keine Verluste anzuhäufen. An Bord bleiben soll nur eine Kernmannschaft. Sie soll sich zum einen um die Weiterentwicklung der neuen Buried- Wordline genannten Produktionstechnik kümmern und zum anderen sicherstellen, dass die Produktion schnell wieder hochgefahren werden kann, falls sich ein Investor findet. Die Technik kann Insolvenzverwalter Jaffé vielleicht noch zu Geld machen, doch eine Rettung des Unternehmens würde an ein Wunder grenzen.

Den Mitarbeitern an den deutschen Standorten, deren Löhne Qimonda ab April nicht mehr bezahlen kann, soll der Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten werden, in der sie zumindest vorübergehend einen Teil ihres Lohn weitergezahlt bekommen. Die Finanzierung dieser Gesellschaft ist aber noch nicht geklärt. Gespräche mit dem Betriebsrat über die Art der Weiterbeschäftigung in der Transfergesellschaft sowie über eventuelle Personalmaßnahmen sollten zeitnah abgeschlossen werden, hieß es.

Derzeit beschäftigt Qimonda weltweit knapp 12 000 Mitarbeiter, davon 4 600 in Deutschland. Im Inland sind aber bereits gut 1 500 Menschen von einer früheren Stellenstreichung betroffen.

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