Insolvenzantrag gestellt
Qimonda: Tausende Jobs stehen auf dem Spiel

Der krisengeschüttelte Chipproduzent Qimonda steht nach monatelangem Überlebenskampf vor dem Aus. Die Infineon-Tochter stellte am Freitag beim Amtsgericht München Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit. Rettungsbemühungen der Politik scheiterten wegen neuer Finanzlöcher in letzter Minute.

HB MÜNCHEN/DRESDEN. Der massive Preisverfall bei Speicherchips für Handys oder Computer riss den viertgrößten DRAM-Chip-Hersteller der Welt in den Abgrund. 4600 Jobs stehen in Deutschland - vor allem in Sachsen - auf dem Spiel, weltweit sind es gut 12 000. Die IG Metall warf der Führungsspitze "beispielloses Managementversagen" vor. Qimonda-Chef Kin Wah Loh hofft, "wesentliche Unternehmensteile" sanieren zu können.

Noch kurz vor Weihnachten hatten der Freistaat Sachsen, das Land Portugal und Infineon nach zähem Ringen ein Rettungspaket geschnürt. Mit einer Kapitalspritze von insgesamt 325 Mio. Euro sollte eine Pleite abgewendet werden. Daneben war eine Bund-Länder-Bürgschaft über 280 Mio. Euro vorgesehen. Auf der Zielgeraden überraschte der Konzern, der zuletzt mehr Verlust als Umsatz eingefahren hatte, seine potenziellen Retter diese Woche mit einem neuen Finanzloch: Das in München ansässige Unternehmen mit Standorten in Sachsen und Portugal brauche noch weitere 300 Mio. Euro, hieß es am Donnerstag in Verhandlungskreisen. Die Vertreter der öffentlichen Hand winkten ab - mehr Geld sei nicht zu erwarten.

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