Insolvenzverwalter sollte im Laufe des Tages bekannt gegeben werden
Nachrichtenagentur DDP meldet Insolvenz an

Die Nachrichtenagentur DDP hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das teilte eine Sprecherin des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg am Mittwoch mit.

HB BERLIN. Das Unternehmen sei nach Ausfall eines zugesagten Darlehens in Zahlungsschwierigkeiten geraten, teilte ddp- Geschäftsführer Lutz Schumacher am Mittwoch in Berlin mit. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde vom Amtsgericht Berlin- Charlottenburg Christian Köhler-Ma von der Kanzlei Leonhardt und Partner bestellt.

Als Grund für die finanzielle Schieflage nannte DDP den Ausfall eines zugesagten Darlehens über drei Millionen Euro. Die Geschäftsführung habe daher Insolvenzantrag stellen müssen. Bereits zuvor sei ein anderes zugesagtes Darlehen in Höhe von 2,5 Mill. Euro nicht gezahlt worden.

Die Agentur wolle ihre Produkte ohne Unterbrechung weiter an die 300 Bezieher liefern, erklärte Schumacher, der auch Chefredakteur ist. In den kommenden Monaten solle versucht werden, den Betrieb auf eine Fortsetzungsgesellschaft zu übertragen. Die Tochter DDP.VWD Wirtschaftsnachrichten GmbH sei von der Insolvenz nicht betroffen.

DDP war 1971 als Deutscher Depeschen Dienst aus der US-Agentur UPI hervorgegangen. Mit dem Mauerfall übernahm DDP die DDR-Agentur ADN. Anfang 1999 kaufte Leo Kirchs ProSieben Media AG das Unternehmen. Die Umsätze stiegen nach DDP-Angaben von damals 3,6 auf zuletzt 10,7 Millionen Euro.

Doch mit der Krise des Kirch-Konzerns begann für DDP eine wirtschaftlich instabile Zeit. 2003 gliederte der Pro Sieben SAT 1-Konzern die Agentur in eine Beteiligungsgesellschaft aus, die DDP in die Gewinnzone führen sollte. Als geschäftsführende Gesellschafter fungierten Schumacher und Vertriebsleiter Wilfried Hub. 2005 sollten mit Hilfe eines mit den Beschäftigten abgestimmten Sanierungsplanes schwarze Zahlen erreicht werden. Nach Betriebsratsangaben beschäftigt ddp derzeit 145 Redakteure.

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