Instant Messenger
Nutzer-Ansturm bei der WhatsApp-Konkurrenz

Kurznachrichtendienste wie Threema oder Telegram boomen. Binnen weniger Tage vervielfachten die Messenger ihre Nutzerzahlen. WhatsApp dürfte der Ansturm aber kaum schaden – dafür ist der Platzhirsch zu mächtig.
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DüsseldorfSmartphone-Besitzer sind in Aufruhr. Seit dem Facebook vergangene Woche den Instant-Messenger WhatsApp schluckte, suchen viele eine Alternative. Und wechseln scharenweise zur Konkurrenz. Die kostenlose App Telegram, die von zwei russischen Brüdern entwickelt wurde und von Berlin aus betrieben wird, verzeichnete alleine am Sonntag 4,95 Millionen neue Nutzer weltweit. Pro Sekunde würden sich hundert neue User registrieren, twitterten die Betreiber.

Das Schweizer Start-up Threema versechsfachte nach Informationen von Handelsblatt Online die Anzahl seiner aktiven Nutzer innerhalb von vier Tagen auf aktuell 1,2 Millionen. Auch eine deutsche Alternative zu WhatsApp meldet starkes Wachstum: Hoccer. Die beiden Messenger "Hoccer XO" und "Hoccer Classic" wurden nach Angaben der Berliner Firma, zusammengerechnet mehr als 2,5 Millionen Mal heruntergeladen.

Bereits jeder dritte deutsche WhatsApp-Nutzer erwägt, zu anderen Messenger-Diensten zu wechseln. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der beiden Marktforscher Advise und Respondi hervor. Befragt wurden mehr als tausend deutsche WhatsApp-Nutzer im Zeitraum von 20. bis 21. Februar, also unmittelbar nachdem WhatsApp von Facebook für 19 Milliarden US-Dollar gekaufte wurde.

Grund für den Ansturm auf die bisher kaum bekannten Apps: der Wunsch nach mehr Privatsphäre. Im Gegensatz zu WhatsApp gelten die boomenden Alternativen unter Kryptographie-Experten als sicher. Die Firmen werben damit, dass der Klartext von Chatgesprächen nur für die Kommunikationspartner selbst sichtbar ist. Dritte könnten dank der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht mitlesen.

Zusätzlich befeuert wird der Boom von Threema, Telegram und Co. dadurch, dass Datenschützer seit Tagen zum Boykott von WhatsApp aufrufen. Sie befürchten, dass Kundendaten durch die Verschmelzung von Facebook und WhatsApp noch stärker als bisher ausgebeutet werden könnten. „Mit einer solchen Übernahme entsteht eine weitere Konzentration immenser Datenmengen“, sagte Andrea Voßhoff. Die Bundesbeauftragte für Datenschutz betonte, wie wichtig im Umgang mit Big Data in der Wirtschaft, einheitliche internationale Datenschutzstandards sind.

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Nutzer-Ansturm bei der WhatsApp-Konkurrenz

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  • Ganz im Gegenteil :-)

    Ich habe eine bewusste Entscheidung getroffen und kenne die Risiken bzw. lebe mit den Nebenwirkungen.

    Schließlich gehe ich auch arbeiten und muss im Gegenzug ein vermindertes Maß an Freizeit akzeptieren.

    Das ist weniger zynisch gemeint, als dass ich es akzeptiere, so wie es ist.

    Ich hätte mich ja auch für's Hartzen entscheiden können -mit den Konsequenzen/Nebenwirkungen eines geringeren Einkommens....ob ich dann allerdings jetzt hier einen Kommentar abgeben könnte, wer weis ob ich das Geld dazu hätte...

    Und so können Sie auch frei Entscheiden, ob Sie ins Internet gehen und/oder Ihr Smartphone verwenden oder nicht.

    Sie können auch zu den Wahlen gehen, oder nicht (Ungeachtet der Konsequenz und ob Ihre Meinung dann im Parlament vertreten wird). Nur dürfen Sie nicht meckern, wenn Sie gar nicht hingehen. Gerne aber, wenn Sie hingehen, das Ergebnis jedoch nicht Ihren Vorstellungen entspricht - *Ansichtssache*

    Wenn Sie aber erschüttert sind, weil

    -- IHR ZITAT: Da müssten bei allen Benutzern die Alarmglocken läuten.
    Wir haben es heute nicht mehr einfach nur mit Firmen zu tun,die eine Dienstleistung anbieten!!!
    Geht das in die Köpfe irgendwann mal hinein?!
    Jeder,der Kunde solcher Firmen ist,ist auch gleichzeitig "Kunde" der NSA." ZITAT ENDE

    warum benutzen Sie das Internet?

    ...beantworten Sie die Frage einfach für sich. Vielleicht zeigen Ihnen Ihre eigenen Antworten auf, warum sie "Kunde" der NSA sind. Wenn Sie kein Kunde sein wollen, steht es ihnen frei - wie auch immer - den Vertrag zu kündigen, nicht weiter zu konsumieren oder Ihr Produkt zurückzugeben.

    Sie sollten sich bewusst mit Ihrer Umwelt auseinandersetzen und die Grenzen dessen ausloten, was Sie in welchem Maße beeinflussen können und was nicht. Im Anschluss können Sie entscheiden, was Sie akzeptieren und was nicht und daraus entsprechende Handlungen für sich ableiten. Wenn Sie dann mit den Kosequenzen leben können - Herzlichen Glückwunsch !

    Sonnige Grüße :)

  • Sie haben also resigniert und stehen jetzt nur noch als Zyniker zur Verfügung,oder?

  • Und so ist es eben.
    Sie können den Rahmen, in dem Sie sich bewegen in einem bestimmten Maße (aber eben nur diesem Maße) beeinflussen, in dem Sie eine Entscheidung treffen.

    Mache ich mit / Mache ich nicht mit.

    (Sinngemäß) Lasse ich mir die Ketten anlegen oder eben nicht. Die Entscheidung liegt bei Ihnen. Da Sie sich nun aber im Internet bewegen, haben Sie diese Entscheidung ja bereits (hoffentlich bewusst)für sich getroffen. Ihre IP adresse ist ja auch so ein bunter Hund(Was Sie aber nicht stören muss, sofern Sie sich seit längerem in einem (hoffentlich nicht kameraüberwachten) Internetcafé aufhalten.....ansonsten sind Sie "Kunde" der NSA.

    Und so lieber babsack schließt sich der Kreis ;-)

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