Interesse bei Ebay, Yahoo und Co.
Sun greift mit Stromspar-Chip an

Der Computerkonzern Sun Microsystems will mit Hilfe einer neuen stromsparenden Prozessortechnologie für Servercomputer Marktanteile zurückgewinnen, die der Konzern an IBM und Dell verloren hatte. Speziell für den Einsatz in Rechenzentren hat Sun einen Internetserver entwickelt, dessen Prozessor bis zu 70 Prozent weniger Strom verbrauchen soll als vergleichbare Computer der Konkurrenz.

FRANKFURT. Die neue Technik stößt besonders bei großen Internetfirmen wie Google, Ebay und Yahoo auf Interesse, in deren Rechenzentren zehntausende Webserver stehen. Je stärker die Unternehmen wachsen, desto mehr werden die Stromkosten zu einem echten Kostenfaktor geworden.

Die Stromkosten für die 13 Rechenzentren des Suchmaschinenbetreiber Google belaufen sich nach Einschätzung von Experten auf 70 bis 100 Mill. Dollar. Jeder der rund 200 Millionen Suchvorgänge pro Tag wird von einem der Google-Server verarbeitet. Wie viele Server das Unternehmen mit dem meistbesuchten Internetangebot der Welt betreibt, gibt Google nicht bekannt, Experten schätzen die Zahl auf über 100 000.

Auch für den Internet-Anbieter 1 & 1, der in seinem Rechenzentrum in Karlsruhe knapp 30 000 Internetserver betreibt, sind die Stromkosten „eine sehr relevante Größe“, wie ein Sprecher einräumt. 1&1 verursacht inzwischen zwei Prozent des Stromverbrauchs von Karlsruhe, einer Stadt mit 270 000 Einwohnern. Ein zweites Rechenzentrum in Karlsruhe befindet gerade im Bau.

„Schätzungsweise drei Prozent des deutschen Energieverbrauchs gehen auf das Internet zurück“, sagt Claus Barthel, Energieexperte beim Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie. Und obwohl sich Horroszenarien von US-Wissenschaftlern über den Anstieg des Energiebedarfs des Internets als falsch herausgestellt haben, wird der Energieverbrauch aus einem ganz anderen Grund relevant: „Die Preise für Strom sind gestiegen und werden weiter steigen“, prognostiziert Peter O’Neill von Forrester Research. Daher wird der Energieverbrauch der Hardware ein größeres Gewicht für die Internetanbieter bekommen.

Sun scheint daher mit seiner neuen Technologie, zumindest was die Energieeffizienz angeht, zur rechten Zeit zu kommen. Der Prozessor mit dem Namen „Ultrasparc T1“ erreicht seine hohe Leistung bei geringerer Energieaufnahme durch eine neue Chip-Architektur. Der Prozessor verfügt über acht Kerne, die mit einer niedrigen Taktrate von 1,2 Gigahertz arbeiten; PC-Prozessoren arbeiten inzwischen mit 3,2 Gigahertz. Doch auf Rechengeschwindigkeit kommt es beim Einsatz als Internetserver kaum an. Denn viele Prozessoren rechnen inzwischen schneller, als sie Daten aus dem Speicher nachladen können.

Durch eine „Multithreading“ genannte Technologie kann der Sun-Chip parallel bis zu 32 unterschiedliche Datenströme verarbeiten und ist damit für den Einsatz als Internetserver geeignet. „Entscheidend ist vor allem die geringere Hitzeentwicklung des neuen Chips“, sagt Gerhard Schlabschi, Leiter des Produktmarketings von Sun in Deutschland. Denn noch mehr Energie als der Prozessor selbst frisst die Klimaanlage der Rechenzentren. Die dicht gepackten Server entwickeln dort eine so große Hitze, dass man ohne Kühlung auf den Verkleidungen der Rechnerschränke Spiegeleier braten könnte.

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