Interessengegensätze erschweren Entscheidung - Iranische NPC ist weiter Favorit
Shell und BASF ringen um Verkauf von Basell

Beim Verkauf des Kunststoffherstellers Basell können die beiden Eigner BASF und Shell mit einem Erlös von jeweils gut einer Milliarde Euro rechnen. Das zeichnet sich nach Angaben aus Unternehmenskreisen bei den Verhandlungen ab.

shf/tom/rob/olm HB FRANKFURT. Diese seien inzwischen zu 90 Prozent abgeschlossen. Einschließlich der Finanz- und Pensionsschulden von Basell dürfte das Gesamtvolumen des Deals vier bis 4,5 Mrd. Euro erreichen.

Eine endgültige Entscheidung wird offenbar durch einen gewissen Interessenkonflikt zwischen den beiden Eignern erschwert. BASF bevorzugt danach die iranische NPC als Käufer, die Shell-Gruppe eher das konkurrierende Konsortium um die indische Gruppe Chatterjee und deren Beteiligungsgesellschaft Haldia. Alle anderen Interessenten sind inzwischen aus dem Rennen.

„Die beiden Verkäufer haben wohl die Komplexität des Deals unterschätzt“, berichten Personen, die mit den Verhandlungen vertraut sind. Hintergrund ist vor allem die Tatsache, dass Shell in relativ starkem Umfang – und zu guten Konditionen – als Rohstoff-Lieferant für Basell tätig ist. Der britische Ölkonzern liefert Nafta, Ethylen und Propylen in Milliardenhöhe an Basell und will diese Position möglichst langfristig absichern. Die Lieferungen von Seiten der BASF sind dagegen wesentlich geringer. Die Lieferkonditionen wiederum haben erheblichen Einfluss auf den Kaufpreis. Mögliche politische Verwicklungen auf Grund der US-Aktivitäten von Basell spielen dagegen eine geringere Rolle als bisher angenommen, heißt es aus Verhandlungskreisen. BASF-Chef Jürgen Hambrecht wollte den Stand der Gespräche gestern nicht kommentieren.

Nach Informationen des Handelsblatts geht NPC davon aus, die Verhandlungen bald erfolgreich abzuschließen. Und Fachleute aus der Kunststoffbranche betrachten einen Einstieg der Iraner als industriell logischen Schritt zum Ausbau ihrer Wertschöpfungskette. Dem steht gegenüber, dass die indische Gruppe bei langfristigen Lieferverträgen zu größeren Zugeständnissen gegenüber Shell bereit seit könnte. Chatterjee, ein schwerreicher Auslandsinder, ist Großaktionaer des bislang eher unbedeutenden Chemieunternehmens Haldia. Hinter ihm stehen dem Vernehmen nach unter anderem der Finanzinvestor George Soros sowie der aus Russland stammende Unternehmer Leonard Blavatnik, der auch an russischen Öl-Gesellschaften beteiligt ist. Basell-Manager fürchten, dass diese Gruppe den Kunststoffhersteller zerlegen will, um die Einzelteile profitabel zu verkaufen.

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