Interne Kreise: Blackstone steigt angeblich aus Bieter-Rennen um Dell aus

Interne Kreise
Blackstone steigt angeblich aus Bieter-Rennen um Dell aus

Michael Dell ist offenbar gewichtige Konkurrenz los: Blackstone führt den massiven Absatzeinbruch in der PC-Branche als Grund an. Die Chancen des Gründers steigen damit, das Unternehmen zurückkaufen zu können.
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New YorkIm Übernahmekampf um den schwächelnden US-Computerbauer Dell ist Konzerngründer Michael Dell einen schwergewichtigen Rivalen los. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, ein von Blackstone geführtes Konsortium sei aus dem Rennen ausgestiegen. Der New Yorker Finanzinvestor werde kein verbindliches Angebot abgeben. Damit steigen die Chancen von Michael Dell, sein Unternehmen wie geplant von der Börse zu nehmen und dann in aller Ruhe zu sanieren. Weil immer weniger klassische Computer verkauft werden, soll das Service-Geschäft des Branchendritten ausgebaut werden - einen Weg, den IBM bereits erfolgreich gegangen ist.

In einem Brief an das Dell-Management wurden als Gründe für Blackstones Rückzug der Absatzeinbruch der PC-Branche im ersten Quartal 2013 sowie die schwächere Gewinnprognose von Dell - statt 3,7 Milliarden Dollar wird operativ 2013 nur noch mit 3,0 Milliarden gerechnet - angegeben. Dell-Aktien verloren vorbörslich mehr als zwei Prozent. Blackstone hatte sein Interesse an Dell vor nicht einmal einem Monat angemeldet.

Firmengründer Dell will die Übernahme im Volumen von 24,4 Milliarden Dollar zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake realisieren. Dabei bietet Silver Lake in bar 13,65 Dollar je Dell-Aktie. Blackstone hatte auf vorläufiger Basis eine Offerte von mehr als 14,25 Dollar pro Anteilsschein für die komplette Firma in Aussicht gestellt. Seinen Hut hat auch der Investor und Dell-Großaktionär Paul Icahn in den Ring geworfen. Er könnte für 58 Prozent der Anteile 15 Dollar pro Aktie auf den Tisch legen.

Auch wenn die Karten von Michael Dell nun gestiegen sind, ist der Deal noch lange nicht in trockenen Tüchern. So macht unter anderem der Vermögensverwalter Southeastern, der 8,4 Prozent der Dell-Anteile hält, Stimmung gegen die Pläne, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Und auch Icahn ist dafür bekannt, sich in die Unternehmenspolitik seiner Beteiligungen einzumischen. Allerdings hatte sich Michael Dell zuletzt mit ihm darauf geeinigt, dass dieser nicht mehr als ein Zehntel der gesamten Anteile halten darf. Nach Dell-Angaben hat Icahn zudem zugesichert, mit weiteren Verbündeten maximal auf einen Anteil von 15 Prozent zu kommen.

Michael Dell will mit der Übernahme sein Lebenswerk retten. Denn der einstige Branchenprimus hinkt derzeit bei Innovationen hinterher. Dell hatte das Unternehmen mit 19 Jahren und einem Kapital von nur 1000 Dollar gegründet. Weil Kunden immer mehr auf Smartphones und Tablets umsteigen - Bereiche, die andere Firmen wie Apple und Samsung dominieren - soll bei Dell nun das Service-Geschäft gestärkt werden. Vorbild ist dabei IBM: Der ehemalige Rivale verkaufte sein Computergeschäft an den chinesischen Konkurrenten Lenovo und mutierte zu einem erfolgreichen IT-Dienstleistungsriesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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