Internet-Auktionsanbieter kauft Skype
Ebay steigt in Internet-Telefonie ein

Die Gerüchte aus der Vorwoche haben sich bestätigt: Das Internet-Auktionshaus Ebay kauft den Internet-Telefonieanbieter Skype. Kostenpunkt cirka 2,6 Milliarden Dollar. Je erfolgreicher Skype ist, desto teurer wird die Übernahme für Ebay.

HB/sfu SAN FRANCISCO/DÜSSELDORF. Zunächst würden 1,3 Milliarden Dollar in bar und 1,3 Milliarden Dollar in Aktien bezahlt, teilten die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung am Montagmittag mit. Erfüllt das Skype-Management bis zum Jahr 2008 oder 2009 bestimmte Vorgaben bezüglich Umsätzen, Nutzerzahlen und Profitabilität, werden noch einmal bis zu 1,5 Milliarden Dollar fällig. Die Transaktion hätte damit ein Volumen von bis zu 4,1 Milliarden Dollar. Ebay gab an, für das vierte Quartal dieses Jahres mit dem Abschluss der Übernahme zu rechnen. Ebay-Chefin Meg Whitman will mit der Übernahme nach eigener Aussage ein mächtiges Internet-Unternehmen schmieden.

Die Internet-Auktionsplattform finanziert den Baranteil beim Kauf des Web-Telefon-Anbieters komplett aus dem eigenen Barmittelbestand. „Unsere Cash-Position ist unglaublich hoch, so dass wir keine Kredite aufnehmen müssen“, sagte Ebay-Finanzchef Rajiv Dutta dem Handelsblatt. Details zu den Vorgaben für die weitere mögliche Milliardenzahlung nannte Dutta nicht: „Sie sind sehr hoch“, sagte er nur. Bei Abschluss des zweiten Quartals Ende Juni besaß Ebay rund 1,9 Milliarden Dollar sofort verfügbarer Barmittel.

Skype wurde vor bald drei Jahren von dem Schweden Niklas Zenntröm und dem Dänen Janus Friis gegründet und hat eigenen Angaben zufolge weltweit über 50 Millionen Nutzer. Mit Hilfe seiner Software wird Sprache in Datenpakete umgewandelt und übers Netz verschickt.

Ebay ist nicht der erste Interessent für den VoIP-Anbieter, der offiziell in Luxemburg registriert ist, aber von London aus gelenkt wird. Auch der Medienkonzern News Corporation hatte versucht, mit den Skype-Gründern ins Geschäft zu kommen – vergeblich. „Sie wollen nicht verkaufen, und wir respektieren das“, resignierte News-Corp-Chef Rupert Murdoch im August.

Für Ebay liege der Reiz des Geschäftes auf der Hand: Die Auktionsplattform habe großes Interesse daran, in neue Märkte wie die Internettelefonie zu expandieren, sagt Abigail Roberts vom britischen Institut Mergermarket. Nach Jahren exorbitanter Wachstumsraten hat sich zuletzt das Geschäft in den Ebay-Kernmärkten USA und Deutschland mit einem Umsatzplus von etwa 20 Prozent mäßiger entwickelt. „Die Investoren machen jetzt sehr viel Druck“, sagt Roberts.

Seite 1:

Ebay steigt in Internet-Telefonie ein

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%