Internet
Business-Netzwerk Xing protzt mit Wachstum

Das auf das Geschäftsleben fokussierte Online-Netzwerk Xing wächst weiterhin zügig. Das Hamburger Unternehmen steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 80 Prozent von 19,6 Mio. auf 35,3 Mio. Euro, wie die börsennotierte Gesellschaft gestern mitteilte.

DÜSSELDORF. Im gleichen Zeitraum stieg der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 86 Prozent auf 12,8 Mio. Euro. Die Börse reagierte dennoch wenig erfreut auf die Zahlen: Mit 1,6 Prozent fiel der Xing-Kurs stärker als der Markt. DZ-Bank-Analyst Marcus Pratsch schrieb in einer ersten Einschätzung der Zahlen, das Geschäftsmodell von Xing sei rezessionsresistenter als andere internetbasierte Dienstleistungen. "Mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir erneut bestätigt, dass wir mit unserem auf qualitatives Wachstum ausgerichteten Geschäftsmodell zu den Gewinnern der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung zählen", sagte Kommunikationschef Thorsten Vespermann.

Sein Wachstum verdankt Xing vor allem den zahlenden Kunden, die eine Monatsgebühr von rund sechs Euro zahlen, um wichtige Funktionen wie das Verschicken von Nachrichten nutzen zu können. Ihre Zahl stieg im Jahresvergleich um 188 000 auf rund 550 000, sie machen rund 80 Prozent des Umsatzes aus. Insgesamt verzeichnete das Netzwerk zum Jahresende über sieben Millionen Nutzer. Ins Laufen kommt anscheinend das im Herbst eingeführte Geschäft mit Stellenanzeigen und Werbung: Erstere brachten 2008 4,3 Mio. Euro ein, Online-Werbung 2,4 Mio. Euro.

Allerdings: Das Wachstum des Ebitda schwächte sich im Verlauf des vergangenen Jahres ab. Dies soll an Sondereffekten gelegen haben, die Xing erst bei der Vorlage der endgültigen Zahlen am 26. März erläutern will. Dann wird es vielleicht auch erste Stellungnahmen des neuen Chefs Stefan Groß-Selbeck geben, der kürzlich Gründer Lars Hinrichs abgelöst hat. Derzeit möchte er sich noch nicht öffentlich äußern. Seit kurzem darf er sich aber mit gleichsprachiger Konkurrenz befassen: Linked In, das führende Business-Netz in der angelsächsischen Welt, übersetzte seine Seite, um nun in Deutschland anzugreifen.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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