Internet der Dinge
Ein Versprechen für die Zukunft

Menschen, Smartphones, Maschinen – die Technologiebranche will alles vernetzen. Doch der Mobile World Congress zeigt: Es fehlen noch Standards und Rechtsrahmen. Der Kampf um die Deutungshoheit im Internet der Dinge.
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BarcelonaEin Motorradhelm ist ein Motorradhelm – normalerweise. Doch dieser weiße Kopfschutz ist gleich eine ganze Kommunikationseinheit: Automatischer Notruf, Kamera für Panoramaaufnahmen, Telefon und Navigationsgerät ohnehin, die Möglichkeit der Konferenzschaltung, wenn ein ganzer Pulk auf schweren Maschinen unterwegs ist. Doch der Clou verbirgt sich in den unscheinbaren Handschuhen: Zuckt der rechte Zeigefinger oder Daumen, kann der Fahrer die verschiedenen Funktionen über Sensoren steuern – beide Hände bleiben am Lenker, sicherheitshalber.

Dieser Helm, den der spanische Mobilfunkanbieter Telefonica auf dem Mobile World Congress in Barcelona zeigt, lässt keine Wünsche offen. Das publikumswirksame Demonstrationsobjekt zeigt, was in der vernetzten Welt alles schon möglich ist.

Dabei ist es nur der Anfang. Milliarden von Geräten werden in naher Zukunft miteinander vernetzt sein – Laptops, Tablets und Smartphones, aber auch immer mehr Kaffeemaschinen, Kühlschränke oder Autos. Von der industriellen Anbindung bis hin zur virtuellen Fabrik ganz zu schweigen.

„Künftig wird sich mehr die Frage stellen, welche Maschine noch nicht mit dem Internet verbunden ist“, sagte Cisco-Chef John Chambers dem Handelsblatt. Der Chef des US-Telekomausrüsters rechnet damit, dass sich das Datenvolumen, das all die Geräte Tag für Tag produzieren werden, bis zum Jahr 2020 mehr als verzehnfachen wird – eine gigantische Flut von Informationen, die gesammelt, aufgearbeitet, ausgewertet und in neue lukrative Geschäftsmodelle gegossen werden soll.

Das vernetzte Auto dürfte als erstes den Durchbruch zur Massenanwendung schaffen. In Barcelona stellte Ford erstmals überhaupt in seiner Geschichte ein neues Fahrzeug auf einer fachfremden Messe vor – nicht auf dem Autosalon in Genf in weniger Wochen. Die Motivation ist klar: „Autoindustrie und Mobilfunktechnologie wachsen zusammen“, sagte Europachef Steve Odell bei der Präsentation des neuen Fokus.

Ford war nicht das einzige Fahrzeug auf den Messeständen: Der US-Chiphersteller für Mobilfunkgeräte Qualcomm lockte mit einem matt-schwarzen AMG-Mercedes, Telefonica mit einem vollvernetzten weißen Stromer des kalifornischen Newcomers Tesla, ZTE mit einem autonom fahrenden Chevrolet.

Für die Autobranche geht es dabei um weit mehr als um verbesserte Navigationsgeräte, Internet- und Mobilfunkanschluss. Es geht um Service, Motoranalyse, Verkehrssteuerung und Sicherheit. So messen beim neuen Fokus Sensoren und Kameras den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Wird er innerorts zu knapp, wird automatisch gebremst. Künftig werden das die Fahrzeuge über Vernetzung sogar untereinander regeln. „Das ist ein Durchbruch für mehr Sicherheit im Straßenverkehr“, sagte Odell.

Branchenexperten wie Diethard Bühler, Partner der Beratungsgesellschaft Mobile Vision, äußern sich skeptischer. Solche automatischen Bremssysteme seien schon ein massiver Eingriff in die Autonomie des Fahrers. „Ich bin mir nicht sicher, ob das jeder möchte.“

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Über allem schweben ungelöste Rechtsfragen

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