Internet-Dienstleister
United Internet bei Freenet am Ziel

Das monatelange Bieten um die DSL-Sparte von Freenet hat ein Ende: Der Internetdienstleister United Internet (UI) übernimmt die Breitband-Sparte des Büdelsdorfer Unternehmen.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. In der lange erwarteten Konsolidierung des deutschen DSL-Marktes ist der erste Deal unter Dach und Fach: United Internet übernimmt für 123 Mio. Euro das Geschäft mit schnellen Internetzugängen vom Konkurrenten Freenet. Viele Experten rechnen damit, dass schnell weitere Übernahmen folgen, weil der Handlungsdruck trotz der niedrigen Bewertungen gestiegen ist.

Die United-Internet-Tochter 1&1 übernimmt zum Jahresende die etwa 700 000 DSL- und Komplett-Kunden (inklusive Telefonie) Freenets. Die rund 60 000 DSL-Kunden der Freenet-Beteiligung am Kieler Stadtnetzbetreiber Kielnet bleiben vorerst bei dem Unternehmen, sollen aber ebenfalls verkauft werden.

Gleichzeitig vereinbarten beide Parteien eine bis 2014 laufende Vertriebspartnerschaft: Freenet wirbt DSL-Kunden für United Internet (UI). UI zahlt dafür zusätzlich zu den Provisionen eine Vertriebsprämie von bis zu 6,5 Mio. eigenen Aktien. Diese sind aktuell 53 Mio. Euro wert. Der Freenet-Kurs reagierte gestern kaum auf die Nachricht, UI legte rund zehn Prozent zu.

Schon seit mehr als zwei Jahren rechnen Experten mit einer Konsolidierung des deutschen DSL-Marktes. Vor allem der seit langem geplante Verkauf der Breitband-Sparte von Freenet wurde zu einer Hängepartie, die nicht zuletzt von persönlichen Anfeindungen der beiden Verhandlungspartner, des früheren Freenet-Chefs Eckhard Spoerr und des UI-Chefs Ralph Dommermuth, gekennzeichnet war. In Kreisen von Freenet heißt es, der Abgang Spoerrs habe die Einigung nun erleichtert.

Das Breitband-Geschäft Freenets hat im ersten Quartal einen Verlust von zehn Mio. Euro gemacht und zahlreiche Kunden verloren. Ursache war eine Bereinigung des Kundenstamms, der künstlich aufgebläht war, wie Freenet inzwischen selbst einräumt.

Der DSL-Markt in Deutschland gilt als überbesetzt. Die Folge ist ein harter Preiskampf: In Branchenkreisen heißt es, Unternehmen zahlten für einen neuen Kunden bis zu 600 Euro, etwa in Form von hohen Kommissionen an die Vertriebspartner und Lockangeboten für Kunden wie Gratis-Hardware, ein halbes Jahr kostenlose Nutzung und Einkaufsgutscheine bei Elektronikmärkten.

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