Internet Economy Foundation
Allianz fürs Netz

Lange haben sie geschwiegen, nun will Deutschlands kleine Schar von Internetgrößen gemeinsame Sache machen: Ralph Dommermuth gründet mit Oliver Samwer, Rene Obermann und anderen eine Stiftung. Ihr Wunsch: ein Digitalminister.

DüsseldorfLange haben sie geschwiegen, nun will Deutschlands kleine Schar von Internetgrößen erstmals gemeinsame Sache machen. Der Grund: „Die Macht marktbeherrschender Plattformen hat gerade in jüngster Zeit dramatisch zugenommen“, warnt United-Internet-Chef Ralph Dommermuth vor der US-Konkurrenz und kündigt im Handelsblatt-Interview eine neue Allianz an: Dommermuth startet mit anderen Unternehmern die Internet Economy Foundation.

„Wir dürfen nicht länger darauf warten, dass andere den Rahmen setzen. Wir müssen selbst aktiv werden“, sagt Dommermuth. „Die Internetrevolution betrifft eben nicht nur Verlage oder die Musikbranche, sondern demnächst auch Maschinenbau und Autoindustrie, also das klassische Herz der hiesigen Wirtschaft.“

Im Beirat der neuen Stiftung sitzen neben ihm Oliver Samwer von Rocket Internet sowie Zalando-Gründer Robert Gentz, Risikokapital-Profis, aber auch Ex-Telekom-Chef René Obermann. Ihr gemeinsames Ziel laut Samwer: „Wir müssen alles tun, damit Deutschland in der ersten Liga mitspielt.“ Zu den politischen Zielen der Stiftung gehören ein schnellerer Ausbau der digitalen Infrastruktur, ein zeitgemäßes Kartellrecht und bessere Finanzierungsbedingungen für Start-ups. „Das hiesige Recht muss aktualisiert werden. Vor allem aber muss es für alle Akteure gleichermaßen gelten, unabhängig vom Firmensitz“, sagt Dommermuth, der zugleich einen deutschen Digitalminister fordert. Die Berliner Internetpolitik sei schlicht „zerfasert“.

Thomas Tuma ist stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts.
Thomas Tuma
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