Internet-Flatrates
Telekom-Chef hat mit Kritik an neuen Tarifen gerechnet

Die seit Anfang Mai geltenden Telekom-Internettarife haben kritische Nachfragen der Politik und eine Wutwelle im Internet ausgelöst. Damit sei zu rechnen gewesen, sagt Telekom-Chef Obermann. Den Schritt verteidigt er.
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BonnTelekom-Chef René Obermann hat die Pläne des Konzerns zur Internet-Drosselung erneut verteidigt. „Wir wollen das Internet schneller machen und die Preise soweit es geht stabil halten“, sagte Obermann der „Welt am Sonntag“. In den kommenden Jahren müssten zusätzliche Milliarden Euro in das Netz investiert werden, allein sechs Milliarden Euro in den Festnetzausbau. Für die allermeisten Kunden werde sich aber nichts ändern. Vielnutzer würden aus heutiger Sicht für ihre Flatrate 2016 dann „zehn bis 20 Euro mehr zahlen“, sagte Obermann.

Mit Kritik an den Plänen sei zu rechnen gewesen. Der Konzern habe sich aber noch nicht abschließend festgelegt, wie er in drei Jahren mit Vielsurfern umgehen will. „Der Wettbewerb ist so hart, dass wir ohnehin nur das verkaufen können, was sich am Markt durchsetzen lässt“, sagte Obermann. Ziel bleibe es, Kunden zu halten und vor allem neue zu gewinnen. Flatrates werde es auch weiterhin geben.

Die Pläne der Telekom zur Einführung einer Datenvolumengrenze fürs schnelle Internet-Surfen über den Festnetzanschluss zu Hause waren auf Kritik gestoßen. Die Begrenzung soll demnach für neue Verträge gelten, die sei dem 2. Mai abgeschlossen werden. Altverträge sollen davon unberührt bleiben. Technisch wird das ganze voraussichtlich nicht vor 2016 umgesetzt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Wonderland, die Telekom teilt keine Netze, sondern vermietet sie unter und das nicht zum Sozialtarif. Außerdem hatte die Telekom jahrzehntelang ein Monopol und hat richtig Kohle abgegriffen. Wurde dieses Geld investiert? Mal eher nicht.

    sorry, aber in schlechten Zeiten, die wir heute alle haben, muss auch die Telekom mal auf Gewinn verzichten.

  • Sie übersehen zwei Dinge:
    1) Der Kunde zahlt der Telekom Geld dafür, dass er das Internet nutzen kann - die Telekom versucht jetzt doppelt abzukassieren. Selbiges Prinzip im Kabel-TV wurde von den öffentlich-rechtlichen gerade erst beendet, der Kunde zahlt für sein Kabel-TV, da müssen die ÖRs nicht ebenso bezahlen
    2) Die Telekom will nicht nur drosseln - das alleine wäre ja überhaupt kein Problem. Sie wollen aber Dienste bevorzugen (= nicht drosseln), und hier liegt der Hund begraben!

  • -- Wieso sollte die Telekom bereit sein Milliarden zu investieren in ein Netz, dass sie dann mit anderen teilen muss?

    Die Frage ist vielmehr, für was man schnellere Netze benötigt, wenn die Benutzer durch die Drosselung ohnehin ein sparsameres Verhalten der Internet-Nutzung an den Tag legen werden.

    Die Kosten für die Verwaltung der Netze sind gegenüber den bisherigen Einnahmen von Privatkunden lächerlich. Alle Konzerne mit Monopolstellung arbeiten unwirtschaftlich. Das sieht man auch bei der deutschen Bahn. Hohe Fahrpreise und vollgestopfte, ungepflegte Züge.

    Es wird Zeit, dass der Gesetzgeber günstigere Funklizenzen heraus gibt, so dass die Kabel-Geschichten nicht mehr so in den Vordergrund gestellt werden können.

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