Internet
Freenet holt Angebote für Strato ein

Die Gerüchte haben sich bestätigt: Der Telekomanbieter Freenet will sich nach dem Verkauf seiner DSL-Sparte nun auch von seiner Webhosting-Tochter Strato trennen. Der Vorstand habe beschlossen, Angebote von potenziellen Interessenten einzuholen, teilte Freenet in Hamburg mit.

HAMBURG. Das Unternehmen bestätigte damit Gerüchte, die bereits vor einem Monat aufgekommen waren. Damals hieß es in Aufsichtsratskreisen, Freenet wolle 300 bis 400 Mio. Euro für die hochprofitable Tochter erzielen. Ein Sprecher sagte, man wolle das Interesse ausloten und sei nicht gezwungen, Strato zu verkaufen.

Freenet hatte Strato 2004 für 132 Mio. Euro gekauft. Heute hat Strato 1,3 Mio. Kunden in Europa. Für sie speichert der Dienstleister rund vier Mio. Webseiten, die über das Internet aufgerufen werden können. Strato beschäftigt 500 Mitarbeiter und ist in seinem Segment die Nummer zwei in Europa hinter der Marke 1&1, die zu United Internet gehört. Das Speichern von Webseiten gilt als sehr profitables Geschäft.

Der neue Freenet-Chef Christoph Vilanek zählt Strato aber ebenso wenig wie das DSL-Geschäft zur neuen Kernkompetenz von Freenet. Vilanek, der erst Ende April die Nachfolge seines skandalträchtigen Vorgängers Eckhard Spoerr angetreten hatte, will Freenet als reinen Mobilfunkdienstleister etablieren. Die Hamburger sind nach dem Kauf des Wettbewerbers Debitel im vergangenen Jahr nach Kunden der drittgrößte Mobilfunkanbieter in Deutschland hinter dem Marktführer T-Mobile und Vodafone.

Durch den Debitel-Kauf hat Freenet jedoch einen Schuldenberg von rund 1,3 Mrd. Euro aufgetürmt. Der soll nun durch Spartenverkäufe verringert werden.

Freenet hatte erst kürzlich das Geschäft mit DSL-Internetanschlüssen für 123 Millionen Euro an seinen Großaktionär United Internet verkauft, der damit zum zweitgrößten Anbieter in diesem Bereich in Deutschland aufsteigt. United Internet hat auch bereits Interesse an Strato signalisiert. In der Branche heißt es, Strato könne auch für einen der amerikanischen Branchenriesen wie Google, Microsoft oder Yahoo interessant sein.

mit Material von Reuters

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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