Internet-Giganten
Google kontert Attacke von Microsoft

Der Software-Gigant Microsoft will mit einer neuen Suchmaschine dem Branchenführer Google ab kommender Woche Marktanteile abjagen. Der neue Suchdienst Bing soll Google zusetzen. Doch just im Moment der großen Präsentation schlägt Google spektakulär zurück - mit einem neuen Produkt.

DÜSSELDORF. Es sollte der Tag werden, an dem Microsoft zurückschlägt. Über Jahre hinweg galt der Konzern als verschlafen in Sachen Internet. Als Microsoft um eine Übernahme Yahoos pokerte, war dies einer der Gründe, warum mancher schwarz sah: Wie sollte dieses Software-Unternehmen, das seine Web-Aktivitäten innerhalb der Konzernstruktur immer in der zweiten Reihe gehalten hat, mit einer neuen Tochter klarkommen, die zu den Ikonen des WWW zählt?

Gestern sollte die Wende kommen. Seit Monaten war bekannt: Im Rahmen der D7-Konferenz im kalifornischen Carlsbad würde Microsoft-Chef Steve Ballmer persönlich den Neustart der Suchaktivitäten seines Konzerns verkünden. Und Google sollte nervös werden.

Wie ein Braunbär im Blauhemd auf dem Sprung sitzt Ballmer da, gelegentlich an einem Starbucks-Eiskaffee nuckelnd. Neben ihm "Wall Street Journal"-Technikexperte Walt Mossberg. Viele sprechen sie über das Verhalten junger Menschen im Internet - und was sich ändern müsse von Seiten der Suchmaschinenanbieter. Dann präsentiert Ballmer die neue Microsoft-Suche Bing, die ab kommenden Mittwoch für die Öffentlichkeit zum Test bereit steht.

Ob Ballmer weiß, was gleichzeitig passierte? Unwahrscheinlich.

Fast zeitgleich tritt in San Francisco, 800 Kilometer nördlich, ein dänisches Brüderpaar auf das Podium der Google-Programmiererkonferenz IO - und stiehlt Microsoft die Schlagzeilen. Es sind Lars und Jens Rasmussen, die für den Web-Konzern in Australien arbeiten. Auch das Kartenprogramm Google Maps stammt maßgeblich von ihnen.

Sie präsentierten ein Produkt namens Google Wave, das die Online-Kommunikation revolutionieren könnte. Wave löst die Grenzen zwischen E-Mail, Instant Messenger und Dokumenten auf. Zeitgleich können mehrere Personen an einem Text arbeiten, jeder sieht, was der andere tut und kann per Textfenster darauf reagieren. Dies lässt sich ausdehnen auf andere Plattformen, zum Beispiel Weblogs. Auch Fotos oder andere Dateien lassen sich mit per Maus einfach in die gemeinsame Konversation hereinziehen. Mehrfach kommt Szenenapplaus auf unter den 4.000 Zuschauern, am Ende gibt es stehende Jubel-Ovationen.

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