Internet: Motorola verhagelt Google die Bilanz

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Motorola verhagelt Google die Bilanz

Der US-Konzern Google präsentiert sich zum Quartalsende mit guten Zahlen: Dank gut gehender Werbegeschäfte konnte der Suchmaschinenbetreiber ein Plus von 17 Prozent einstreichen. Doch Anleger hatten mehr erwartet.
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San FranciscoFalls sich noch jemand gefragt hat, warum der Suchmaschinenkonzern Google den erst vor zwei Jahren erworbenen Handy-Hersteller Motorola an Lenovo verkauft hat, der bekam am Donnerstag die Antwort: Ein Verlust von 384 Millionen Dollar bei der Smartphone-Tochter riss im vierten Quartal ein tiefes Loch in Endabrechnung. Im gesamten Jahr verschlang die einstige Ikone des amerikanischen Smartphone-Baus fast eine Milliarde Dollar.

Vor allem dieser enorme Verlustanstieg war dafür verantwortlich, dass die Gewinnerwartungen im Quartal leicht verfehlt wurden. Die Frage steht im Raum, was erst für Verluste anfallen, wenn kein Weihnachten ist und Smartphones verschenkt werden? Doch damit wird sich Google-Chef Larry Page in Zukunft nicht mehr rumschlagen müssen.

Denn ein Verkauf der Sparte an Lenovo, Genehmigung durch die Wettbewerbshüter in China und USA unterstellt, ist bereits abgemachte Sache. Deshalb verzichteten die Anleger diesmal darauf, Google abzustrafen. Der zweite Grund für einen leichten nachbörslichen Kursanstieg liegt in der robusten Entwicklung des Kerngeschäfts.

Der Webkonzern ohne Motorola lieferte ein Umsatzplus von 22 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 3,38 Milliarden Dollar. Damit macht Google im Quartal so viel Gewinn, wie Facebook Umsatz in sechs Monaten.

Die anhaltende Diskussion um Datenspionage durch US-Geheimdienste scheint noch keinen messbaren Einfluss zu haben. Der Anteil des Auslandsumsatzes liegt mit 56 Prozent sogar leicht höher als ein Jahr zuvor.

Die Treiber für die gute Weihnachtssaison waren die Online-Verkäufe im App- und Media-Shop Google Play und die verbliebenen Hardware-Aktivitäten. Laut Finanzvorstand Patrick Pichette war der Video-Stick Chromecast für 35 Dollar der Bestseller.

Er bringt Youtube-Videos auf den TV-Bildschirm. Aber auch die Nexus-Tablets und Smartphones verkauften sich ordentlich. „Andere Umsätze“, hier sind diese Bereiche enthalten, sah einen Sprung um 99 Prozent auf 1,65 Milliarden Dollar.

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