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Neuer Musikdienst macht der Branche Mut

Musikfans auf der ganzen Welt sind begeistert: Über das Online-Portal Spotify können sie bald ihre Lieblingssongs hören - ganz legal, und ohne dafür zu bezahlen. Dabei unterscheidet sich das Angebot wesentlich von den traditionellen Platzhirschen.

DÜSSELDORF. Für Spotify sei es ein "Babyschritt", schreibt das Unternehmen in seinem Blog. Für manch anderen war es eine Beschleunigung des Wandels in der Musikindustrie: Dienstagabend öffnete der Online-Musikdienst Spotify seine Tore für englische Nutzer. Noch im April oder Mai sollen andere Ländern folgen, darunter auch Deutschland, verriet Mit-Gründer Daniel Ek im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Spotify-Kunden können über das Internet auf ein Archiv von mehreren Millionen Songs zugreifen, ohne dafür zu bezahlen. Stattdessen bekommen sie ungefähr dreimal pro Stunde kurze Werbespots eingespielt. Die Lieder landen dabei nicht als Datei auf dem Rechner, sondern werden nur per Streaming übertragen. Gegen eine Gebühr von 99 britischen Cent am Tag oder zehn Pfund im Monat gibt es eine werbefreie Version inklusive Zusatzfunktionen. Ein ähnliches kostenpflichtiges Angebot macht bislang der wenig erfolgreiche Konkurrent Napster.

Seit einigen Monaten schon ist das schwedische Unternehmen online, doch bisher war es nur zugänglich für eingeladene Test-Nutzer. Denen geht es häufig wie Heiko Hebig, Head of Digital Media beim Burda-Konzern: "Ich bin ernsthaft begeistert", sagt er. Und: "Spotify hat ernsthaftes Potential, iTunes zu gefährden." Die Marktforscher von IDG erklärten den Dienst bereits zum "iTunes-Killer". Der Online-Musikladen des iPod-Herstellers Apple setzt auf ein klassisches Modell: 30 Sekunden können die Kunden in jedes Lied hören, für mehr müssen sie die Datei kaufen - die dann aber auf ihrem Rechner liegt.

Im Oktober 2008 erhielt Spotify von Northzone Ventures 15,3 Mio. Euro frisches Kapital und wurde dabei mit 71,6 Mio. Euro bewertet - obwohl die Stockholmer nicht die einzigen sind, die versuchen, gekaufte Musik durch Streaming zu ersetzen. Last.FM mit rund 2,5 Mio. Nutzern monatlich und Imeem mit acht Mio. sind die Platzhirschen, erlauben aber nicht das schlichte Abrufen von Musik, sondern sehen sich als Empfehlungsdienste, die sich dem Geschmack der Nutzer anpassen.

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