Internet per Satellit
Google wagt Odyssee in den Weltraum

Das Kalkül ist einfach, aber der Plan gewagt: Google will ein Satellitensystem aufbauen, um den unvernetzten Teil der Menschheit ins Internet zu bringen. Eine Wette mit großen Chancen, aber einem hohen Einsatz.
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DüsseldorfEs ist ein Wettlauf in den Himmel – nur dass nicht die beiden Supermächte USA und Sowjetunion gegeneinander antreten, sondern zwei Konzerne aus dem Silicon Valley. Google und Facebook wollen die nächste Milliarde Menschen, die bislang noch nicht im Internet ist, vernetzen und an die eigenen Dienste gewöhnen. Flugobjekte wie Drohnen und Ballons sollen die Daten aus den Rechenzentren in entlegene Regionen bringen.

Doch das reicht dem Suchmaschinenriesen offenbar nicht aus: Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ plant er den Aufbau eines eigenen Satellitensystems. Das Projekt ist gewaltig, allein schon weil es Milliarden von Dollar kosten dürfte. Die Investition könnte sich aber doppelt auszahlen.

Google verfolgt ein offensichtliches und ein verdecktes Kalkül. Das offensichtliche: Je mehr Menschen das Internet nutzen, desto mehr suchen auch mit Google, schreiben E-Mails mit Gmail und navigieren mit Google Maps. Die Schwellenländer sind noch eine weitgehend Internet- und Google-freie Zone: 60 Prozent der Weltbevölkerung hat immer noch keinen Zugang zum WWW, nur ein Bruchteil surft mit Breitband-Tempo. Ein enormer Markt.

Ein eigenes Netzwerk könnte den Konzernen auch im Konflikt mit den Netzbetreibern helfen. Die Nutzer von Facebook, Google und Netflix verursachen einen erheblichen Teil des Internetverkehrs, ob mit Videos, Fotos oder Suchanfragen. Telekommunikationsriesen wie die Deutsche Telekom oder der US-Gigant Verizon beschweren sich über den rasant anschwellenden Datenstrom und wollen das Verursacherprinzip einführen: eine Abkehr vom Prinzip der Netzneutralität. In den USA hat Google bereits einige Städte mit schnellen Glasfaserverbindungen ausgestattet.

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Kommentare zu " Internet per Satellit: Google wagt Odyssee in den Weltraum"

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  • Wie kommt es eigentlich, dass es in Ihren und anderen einschlägigen Warnschreien gegen die Überwachungswelt immer nur um die NSA und Google geht, um spionierende Kühlschränke und Vorratsdatenspeicherung, aber nie um die Begehrlichkeiten des Finanzamtes? Interessanterweise diskutiert in Deutschland kaum jemand über die Datenspeicherung bei Banken – dort beträgt die gesetzliche Aufbewahrungspflicht übrigens 10 Jahre, und Finanzämter genießen das Recht, sich auch ohne konkreten Verdacht zu bedienen. Und ganz kurz erwähnen Sie in Ihren Grüßen an Dr. Merkel auch das Smart Grid, geben aber nicht weiter darauf ein. Das Smart Grid basiert in den Energiewendeplänen der Regierung auf dem sogenannten Smart Meter, ein Gerät, das künftig jedes einzelne Elektrogerät in der Wohnung eines Bürgers nicht nur überwachen, sondern auch ansteuern können soll. Ansteuern bedeutet: Befindet sich zu bestimmten Zeiten zu wenig Strom im Netz, soll in Zukunft die Leistung der Waschmaschine eben aus einer Rechenzentrale heraus reduziert werden.

  • Die Überwachung wird immer mehr und immer offensichtlicher ausgebaut.
    Die Masse der Menschen nimmt es hin und schläft weiter....

  • Warum die gemütlichen Zimmer in der Bundeswehr, die Frau Von der Leyen einrichten will ? Weil der nächste Krieg ein feiger Drohnen-Krieg sein wird, mit Joysticks wo Mann oder Frau dransitzt, neben sich eine Flasche Cola und mit cooler Musik in den Ohren.

    Das bereitet Frau VdL gerade vor. Und die Schuss-Freigaben kommen "von oben", gegen wen auch immer "von innen oder von aussen". Eine spionierend Geld-Supermacht, die sich "gegen die Menschen da unten" zu wehren weiss. Das ist "Demokratie von morgen".

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