Internet-Pionier
AOL-Gewinn bricht ein

Der Gewinn des Internet-Pioniers AOL geht im dritten Quartal stark zurück. Grund dafür ist das strauchelnde US-Nachrichtenportal Patch. AOL will die Hälfte der Belegschaft bei einer defizitären Tochter entlassen.
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New YorkDie Neuaufstellung seiner lokalen amerikanischen Nachrichtenwebseiten hat dem Internetkonzern AOL das Ergebnis verhagelt. Im dritten Quartal brach der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 21 Millionen auf unterm Strich 2 Millionen Dollar (1,5 Mio Euro) ein, teilte das US-Unternehmen am Dienstag in New York mit.

AOL hatte nach US-Medienberichten hunderte Mitarbeiter seines Nachrichten-Netzwerks Patch entlassen uns einzelne Seiten geschlossen. Bei anderen Angeboten kooperiert AOL nun mit Partnern. Patch soll dadurch profitabel arbeiten. Zunächst ging der Umbau aber kräftig ins Geld.

Dennoch stieg der AOL-Kurs im frühen New Yorker Handel um 8 Prozent. Denn bei AOL sprudeln die Werbegelder. Statt wie früher auf die Bereitstellung von Internetzugängen setzt das Unternehmen heute auf Medieninhalte. Dem Urgestein der Branche gehören unter anderem die Onlinezeitung „Huffington Post“, von der es seit kurzem auch eine deutsche Ausgabe gibt, sowie die großen Technologieblogs „Engadget“ und „TechCrunch“.

Insgesamt legte der Umsatz um 6 Prozent auf 561 Millionen Dollar zu. Dies sei ein weiterer Schritt vorwärts, erklärte Firmenchef Tim Armstrong. Im Gegensatz dazu versucht Yahoo-Chefin Marissa Mayer bislang vergeblich, die lebenswichtigen Werbeeinnahmen anzukurbeln.

Die Vorzeichen für AOL waren alles andere als gut: Das Unternehmen war zu Zeiten des Dotcom-Booms mit dem Medienkonzern Time Warner fusioniert, doch die wenig glückliche Ehe wurde 2009 geschieden. AOL hatte danach lange Probleme, das Geschäft auf neue Beine zu stellen. Erst vor einem Jahr gelang die Wende.

Der Werbeumsatz stieg im Quartal um 14 Prozent auf 386 Millionen Dollar, wobei allerdings vor allem die Einnahmen aus der Vermarktung auf fremden Websites zunahmen. Bei der Werbung konkurriert AOL mit Größen wie Google und Facebook. Das Geschäft mit Internetzugängen schrumpfte weiter um 7 Prozent auf 162 Millionen Dollar.

Erst im August hatte AOL angekündigt, rund 500 Mitarbeiter und damit die Hälfte der Belegschaft bei der defizitären Tochter zu entlassen. Zu AOL gehören auch der Technologie-Blog Tech-Crunch sowie die seit kurzem mit einer deutschen Ausgabe präsente US-Onlinezeitung „Huffington Post“. Internet-Urgestein AOL muss Umbau verdauen

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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