Internet-Pionier: Yahoo steckt Hackerangriffe weg

Internet-Pionier
Yahoo steckt Hackerangriffe weg

Der Verkauf des Yahoo-Kerngeschäfts an Verizon zieht sich weiter hin. Offenbar will der Telekomkonzern den Preis für den Internet-Pionier noch drücken. Geschäftlich läuft es bei Yahoo aber überraschend gut..
  • 0

SunnyvaleDer kriselnde Internet-Pionier Yahoo hat die im vergangenen Jahr bekanntgewordenen massiven Hackerangriffe finanziell gut verkraftet. Für das abgelaufene Quartal gab der US-Konzern einen unerwartet hohen Gewinn und einen überraschend deutlichen Umsatzanstieg bekannt. Der vereinbarte milliardenschwere Verkauf des Internetgeschäfts an den US-Telekomkonzern Verizon soll noch in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Die Yahoo-Aktie stieg im nachbörslichen Handel am Montag bei hohen Umsätzen um 1,2 Prozent.

Im abgelaufenen Vierteljahr legten die Erlöse um 15 Prozent zu auf 1,47 Milliarden Dollar. Zugleich erwirtschaftete Yahoo einen Überschuss von 162 Millionen Dollar nach einem Verlust von 4,43 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Allerdings war das Minus damals vor allem auf eine Abschreibung auf Firmenanteile zurückgegangen. Die aktuellen Kennzahlen lagen über den Erwartungen von Analysten.

Das Management geht nun davon aus, dass die Übernahme des Webgeschäfts durch Verizon erst im zweiten Quartal unter Dach und Fach gebracht werden kann. Der Deal hängt allerdings in der Schwebe. Verizon hatte im Juli vereinbart, das Yahoo-Kerngeschäft mit Online-Werbung, der Suchmaschine sowie Mail- und Messenger-Diensten für 4,8 Milliarden Dollar zu kaufen.

Die Übernahme sollte eigentlich Anfang dieses Jahres abgeschlossen werden. Doch nach Bekanntwerden zweier beispielloser Hackerangriffe, bei denen 2013 und 2014 Daten von mehr als einer Milliarde Yahoo-Nutzern gestohlen wurden, geriet der Deal ins Stocken. Experten gehen zwar nicht davon aus, dass Verizon die Transaktion abbläst. Es wird aber erwartet, dass der Konzern nun einen spürbaren Preisnachlass durchsetzen will.

Experte Martin Utreras vom Marktforscher Emarketer sagte, es sehe so aus, als ob sich die Hackerattacken auf das Nutzerverhalten nicht so negativ ausgewirkt hätten wie befürchtet. Kollege Youssef Squali vom Finanzhaus Cantor Fitzgerald sagte, der Quartalsbericht zeige zwar, dass Yahoo seine Effizienz verbessern könne. Das Geschäft der Suchmaschine sei aber weiterhin rückläufig, gab er zu bedenken.

Yahoo geriet zuletzt immer tiefer in die Krise und konnte mit den schnell wachsenden Online-Giganten Google und Facebook nicht mehr mithalten. Der eigentliche Gewinnbringer war meist die nun noch 15 Prozent schwere Beteiligung an dem chinesischen Online-Händler Alibaba. Yahoo will nach dem Verkauf des Webgeschäfts an Verizon das restliche Unternehmen in „Altaba“ umbenennen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Internet-Pionier: Yahoo steckt Hackerangriffe weg"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%