Internet-Start-ups
Kleiner, aber klüger

Unter den Trümmern des ersten Internet-Booms regt sich was. Neue Gründer aus Deutschland treten bescheidener auf – und lassen sich oft beraten von denen, die einst scheiterten.

DÜSSELDORF/HAMBURG/SAN FRANCISCO. „Blinded by the light!“ schreit die kratzige Stimme zum hämmernden Bass. Manfred Mann und seine Earthband lassen die „Fabrik“, ein 150 Jahre altes Gebäude im Hamburger Stadtteil Ottensen, vibrieren.

Hundert Meter entfernt in einem Hinterhof versuchen John Grøtting und Sebastian Sauter zu arbeiten. Die Chefs der rund ein Jahr jungen Multimediaagentur Grøtting + Sauter legen eine Nachtschicht ein. Wieder einmal.

50 Quadratmeter klein ist der Firmensitz, die Schreibtische füllen die zwei weiß gestrichenen Räume fast völlig aus. Darauf liegen ein paar Dutzend Schokoriegel. Nervennahrung.

Das karge Büro hat nichts gemein mit den Fabrik-Lofts, die sich die ers-ten aufs Internet spezialisierten Werbeagenturen Ende der 90er-Jahre gönnten. So passt es gut zu der in Deutschland vorherrschenden Meinung, Internet-Start-ups seien nichts als eine Zeiterscheinung gewesen – Sternschnuppen, die so rasch verglühten, wie sie aufgestiegen waren.

Die Überlebenden? Krautern vor sich hin, glauben die Unkundigen. Und deshalb könne es keinen vernünftigen Menschen geben, der noch einmal etwas gründen könnte, was im entferntesten an ein Dotcom erinnert.

Ein Irrglaube. Es regt sich etwas unter dem Trümmerhaufen der deutschen Internetbranche. „In Deutschland und in ganz Europa sehen wir seit 18 Monaten wieder verstärkt Neugründungen“, sagt Stefan Tirtey, Investment Manager beim Kapitalgeber Doughty Hanson. Neben Frankreich und Großbritannien sei Deutschland vorn mit dabei in einer neuen WWW-Gründungswelle.

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