Internet, Telefonie und Fernsehen gebündelt
Experten halten große Stücke auf „Triple-Play“

Bündelangebote aus Internet, Telefonie und Fernsehen werden sich nach Experteneinschätzung in den kommenden Jahren immer stärker ausbreiten. Die Deutschen Telekom, die am Dienstag ihr Triple-Play-Angebot startete, wird dabei möglicherweise einen Spitzenplatz auf dem Markt einnehmen.

HB MÜNCHEN. „Bis zum Jahr 2011 könnten bis zu zwölf Mill. deutsche TV-Haushalte diese neuen Bündelangebote nutzen“, sagte Thomas Künstner, Medienexperte bei der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, am Dienstag in München. Derzeit steckt der Markt für so genannte „Triple-Play“-Angebote noch in den Kinderschuhen.

Sein Optimismus begründete Künstner mit der Entwicklung in anderen Ländern. So haben in Frankreich bereits zwei Mill. Haushalte entsprechende Pakete bei den Anbietern gebucht. Forciert wird die Entwicklung vor allem von den Telekommunikations- und TV-Kabelnetzkonzernen, die mit dem Vordringen in den Medienmarkt neue Umsatzpotenziale erschließen wollen. „Die Telekomkonzerne kommen in ihren klassischen Kernmärkten unter Druck. Sie müssen in das neue Mediengeschäft einsteigen, um ihre Märkte abzusichern“, sagte Künstner.

Der Markt für TV- und Videodistribution wird nach Einschätzung von Booz Allen Hamilton innerhalb von sechs Jahren um ein Viertel auf über 20 Mrd. Euro wachsen. Die Bereitschaft der Kunden, für Inhalte zu bezahlen, werde steigen, sagte Künstner. „Wir sind zuversichtlich, dass beim monatlichen Umsatz pro Kunden noch Platz nach oben ist.“ Zusammen mit den Umsätzen für Telekomdienstleistungen liege dieser derzeit bei 60 bis 70 Euro.

Auf Grund ihrer Erfahrung mit dem Kundenmanagement sieht der Experte die Kabelnetz- und Telekomfirmen im Vorteil gegenüber den klassischen Medienanbietern. Der Deutschen Telekom, die am Dienstag ihr Triple-Play-Angebot startete, traut Künstner „mittelfristig“ eine Führungsposition in dem Markt zu.

Trotz der zunehmenden Überlappung der Medien- und Telekommärkte rechnet Künstner nicht mit einer Fusionswelle unter den Anbietern. „Wir erwarten keine Großakquisitionen. Aber gezielte Zukäufe, um die jeweiligen Felder zu stärken."

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