Internet-Telefonie
US-Telefonfirma Vonage gerät unter Druck

Der Skype-Konkurrent Vonage ist einer der Pioniere für Telefongespräche über das Internet. Doch Entlassungen, Kürzungen und ein überraschender Führungswechsel belasten das Unternehmen zunehmend. Jetzt soll eine umfangreiche Neuorganisation die Wende bringen.

PORTLAND. Die von einem Patentverfahren geschwächte Internet-Telefonfirma Vonage hat die Anleger am gestrigen Donnerstag mit ihren Zahlen enttäuscht. Das Unternehmen kündigte eine umfangreiche Neuorganisation an. Zudem tritt Firmenchef Michael Snyder mit sofortiger Wirkung zurück; seinen Posten übernimmt vorläufig der umstrittene Vonage-Gründer Jeffrey Citron. Um wieder zurück in die Gewinnzone zu kommen, wird Vonage zehn Prozent der rund 1 650 Stellen streichen und in diesem Jahr statt der geplanten 425 nur 315 Mill. Dollar für Marketing ausgeben. Die Einsparungen sollen helfen, Verluste auszugleichen und die hohen Kosten für die nächsten Schritte im Patentstreit mit Verizon zu decken.

Der Skype-Konkurrent Vonage ist einer der Pioniere für Telefongespräche über das Internet. Im Gegensatz zu Skype ermöglichte Vonage von Anfang an auch Gespräche von Computern zu normalen Telefonen und erhebt eine Monatsgebühr. Mittlerweile sind jedoch auch die großen Kabel- und Telefongesellschaften in dieses Geschäft eingestiegen. Zusätzlich klagte Verizon erfolgreich gegen Vonage wegen der Verletzung von Patenten. Vonage soll 58 Mill. Dollar an Verizon zahlen und darf keine weiteren Kunden anwerben. Dieses Urteil der ersten Instanz wurde zwar von der zweiten Instanz bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens ausgesetzt, wirft jedoch tiefe Schatten.

Vonage hat gegenwärtig knapp 2,4 Millionen Abonnenten; der Kundenzuwachs im ersten Quartal war mit netto 166 000 enttäuschend. Nach den jetzt veröffentlichten vorläufigen Zahlen lagen auch die Erlöse mit 195 Mill. Dollar unter den Erwartungen der Analysten. Citron sagte in einer Telefonkonferenz, dass Vonage im ersten Quartal durchschnittlich 275 Dollar für die Anwerbung eines neuen Kunden ausgab, 31 Dollar wenig als im Quartal davor.

Seit dem Börsengang im Mai 2006 ist der Vonage-Kurs um über 80 Prozent gefallen. Citron, der das Unternehmen 2001 gegründet hatte, war kurz vor dem Börsengang zurückgetreten wegen früherer Probleme mit der Börsenaufsicht SEC.

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