Google drängt auf den Fernsehmarkt

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Google ist derzeit penibel darauf bedacht, jede neue Datenschutzdiskussion nach der Unruhe um den Bilderdienst Street View zu vermeiden. Schmidt konnte sich aber einen kleinen Seitenhieb auf die Diskussion und das immer wieder vorgebrachte Argument, Verbrecher könnten damit lukrative Einbruchsziele auskundschaften, nicht verkneifen: "Wir haben auch gelernt, dass böse Menschen das Telefon für ihre Zwecke nutzen. Trotzdem haben wir das Telefon nicht abgeschafft", sagte er. Ansonsten halte er grundsätzlich alle Diskussionen um die Privatsphäre im Internet für gesund und hilfreich.

Als Hardwarebasis für Google TV muss ein bestimmter Chipsatz von Intel in die TV-Geräte eingebaut sein. Google-TV-Nutzer können dann auf Knopfdruck das Internet und ihre eigenen Speicherorte nach Stichworten durchsuchen, die Suche "Ferrari" würde dann alle TV-Sendungen zum Thema auflisten, ebenso wie Bilder, Youtube-Videos oder Webseiten zum Thema.

Apple ohne Apps

Ab 2011 halten dann auch die so genannten Apps, kleine Programme, des Smartphone-Betriebssystems Android auf den Google-TV-Geräten Einzug. Video-Verleiher wie Netflix können eigene Apps für TV-Geräte anbieten. Apple hat bei der neuen Version der TV-Box zur allgemeinen Enttäuschung seiner Fans darauf verzichtet, seinen AppStore auf die Fernsehgeräte zu bringen.

Ein Problem hat Google allerdings, das räumt Schmidt ein: "Es gibt noch kein Monetarisierungsmodell für Google TV." Andere Hersteller Philips oder Panasonic schließen dagegen Verträge mit Unternehmen ab, die auf ihren geschlossenen Internet-Plattformen vertreten sein wollen. Klickt ein TV-Zuschauer dann auf ein bestimmtes Programm, zum Beispiel einen Online-Shop, bringt das dem TV-Hersteller eine Gebühr. Apple verdient über seinen Onlineshop iTunes, über den alle TV- oder Kinoangebote gekauft werden müssen. Google hingegen bietet alles umsonst an.

PER TV IM NETZ

Zentrale Der Fernseher wird dank Internet zur medialen Kommandozentrale. Kleine Spiele werden aus dem Web geladen, Zusatzprogramme schließen die Fensterläden. Aber was will der Zuschauer gerne?

Umfrage Eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom ergab: Rund 31 Prozent der Befragten wollen am Fernseher E-Mails bearbeiten. Jeder sechste möchte per Chatprogramm Nachrichten mit Freunden austauschen. Jeder achte will Pizza am Gerät bestellen. Bei den über 65-jährigen hätte jeder sechste gerne eine Videoverbindung zum Hausarzt.

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