Internet-TV-Service: Google drängt auf den Fernsehmarkt

Internet-TV-Service
Google drängt auf den Fernsehmarkt

Es geht Schlag auf Schlag: Nur eine Woche nach der Vorstellung des neuen Apple TV kündigte Google an, noch im Herbst ein eigenes Angebot auf den Markt zu bringen, das Fernseher und Internet verknüpft.
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BERLIN. Die TV-Geräte und Settopboxen, würden auf dem Google-Betriebssystem Android laufen, sagte Konzernchef Eric Schmidt gestern auf der Konsumelektronikmesse Ifa. Sie seien zunächst in den USA erhältlich.

Zu den Partnern Googles könnte der weltgrößte Fernseher-Hersteller Samsung zählen. Der koreanische Konzern prüfe intensiv, das Google-System zu integrieren, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Bloomberg. Da Google sich bereits Sony als Partner gesichert hat, wären dann zwei der drei größten TV-Hersteller der Welt an Bord.

Internet-Fernseher sind noch eine sehr junge Gattung der Konsumelektronik, aber sie wächst rasant. Seit die ersten Geräte im März 2009 auf den deutschen Markt kamen, wurden nach Angaben der Branchenorganisation Bitkom gut 1,3 Mio. der zumeist noch sehr teuren Geräte verkauft. Gut 47 Prozent der Bundesbürger möchten laut Bitkom das Internet am Fernseher nutzen, bei den unter 30-Jährigen liege die Quote sogar bei 94 Prozent. Für Google-Chef Schmidt ist dieses Zusammenwachsen nur konsequent: "Es wird bald nicht mehr nach Telefon, Fernseher oder PC unterschieden, man wird nur noch verschiedene Geräte haben, die als Portal zum Internet dienen."

Allein oder mit Partnern?

Entsprechend hart umkämpft ist der noch junge Markt. Die Strategien der Anbieter unterscheiden sich: Loewe und Sharp etwa wollen ihre Internet-Plattformen mit der von Philips zusammenlegen, um die Entwicklungskosten zu senken und die Attraktivität für Inhalteanbieter zu erhöhen. Marktgigant Panasonic, Nummer zwei der Welt, versucht es dagegen weiter mit einer eigenen Lösung. Und Apple verzichtet anders als Google auf Partner im Hardwaregeschäft.

Der Google-TV-Service wird aus drei Bereichen bestehen: Dem eigentlichen TV-Bereich mit den klassischen Fernsehsendern, einem Internetbrowser und einem Bereich für interaktive Google-Dienste oder Apps. Alle sind nahtlos miteinander verbunden. Für letzteren wird sich der TV-Zuschauer mit seiner Google-ID, seinem Google-Namen, anmelden müssen, so Schmidt. Die anderen Bereiche, wie Webbrowsen und Fernsehen, seien aber ohne jede Anmeldung nutzbar, versicherte er.

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