Internet-Unternehmer Samwer
„Wir sind in der Regel die Nummer eins“

Marc, Oliver und Alexander Samwer sind mit ihrer Start-up-Schmiede Rocket Internet erfolgreich, aber in der Szene auch umstritten. Oliver Samwer äußert sich im Interview zu neuen Projekten und Nachahmervorwürfen.
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BerlinFrage: Sie haben eine Milliarde Dollar von verschiedenen Geldgebern eingesammelt, davon fließen 400 Millionen Dollar in Startups. Wie will Rocket Internet das Geld einsetzen?

Oliver Samwer: Wir verwenden das Geld für unsere weitere internationale Expansion. Wir konzentrieren uns dabei vor allem auf Länder außerhalb der USA und Chinas. Im Mittelpunkt stehen die sogenannten Emerging Markets, in denen in den kommenden fünf Jahren das größte Wachstum der Internet-Verbreitung zu erwarten ist. Die Zahl der Internet-Zugänge – egal, ob Festnetz oder mobil – nimmt derzeit weltweit zu, vor allem in Lateinamerika, Russland, Indien oder Südostasien. Deswegen haben wir vor knapp zwei Jahren beschlossen, einen Großteil unserer Aktivitäten auf diese Wachstumsmärkte zu konzentrieren.

Wie schwer ist es, sich in diesen Märkten gegen einheimische oder amerikanische Internet-Unternehmen zu behaupten?

Wir sind heute die größte Internet-Gruppe außerhalb der USA, Chinas, Japans und Koreas. Das heißt, wir sind in der Regel die Nummer eins in unseren Märkten. Wir wenden das Know-How an, das wir in den vergangenen 15 Jahren im Geschäft gesammelt haben. Meist probieren wir das Geschäftsmodell zunächst in Europa aus und bringen es dann bei Erfolg in bis zu 50 andere Länder, darunter auch viele Entwicklungsländer.

Wie groß sind die Herausforderungen in solchen Märkten?

Diese Länder zeichnen sich durch höhere Komplexität aus. Einerseits dauert es vielleicht länger, bis man eine Firma gründen kann, ein Warenlager zur Verfügung hat, oder es gibt keinen großen Logistikdienstleister vor Ort. Andererseits bieten solche Märkte meist höhere Margen. Die größere Komplexität wird also dadurch belohnt, dass man höhere Marktanteile erringen kann und mehr verdient. Dennoch konzentrieren sich 95 Prozent des globalen Wachstumskapitals auf die USA und China – das heißt, der Rest der Welt bekommt relativ wenig Geld ab. Für uns ist klar: Wir scheuen uns nicht, nach Brasilien oder Nigeria zu gehen. Mit unseren Online-Händlern Dafiti und Jumia sind wir beispielsweise auch bereits Marktführer in diesen Ländern.

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