Internet
Vodafone und Telekom schmieden VDSL-Bündnis

Zwei Alphatiere schmieden ein Bündnis: Vodafone und die Deutsche Telekom haben eine wichtige Vereinbarung getroffen. Es geht um den schnellen Internetanschluss VDSL. Vodafone darf in Zukunft die VDSL-Anschlüsse der Telekom vermarkten. Das betrifft nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch Millionen Kunden.

HB DÜSSELDORF. Vodafone wird in Deutschland erstmals ein Produkt seines schärfsten Konkurrenten Deutsche Telekom als Wiederverkäufer vermarkten. Voraussichtlich im September 2009 plant Vodafone, seinen Kunden den schnellen Internetanschluss VDSL anzubieten, sagte Deutschland-Chef Friedrich Joussen am Mittwoch in Düsseldorf. Beide Unternehmen verständigten sich über die Nutzung des Anschlusses auf Basis des sogenannten Bitstromzugangs. Das Telekom-Produkt VDSL wird dabei als Vodafone-Marke vertrieben.

Vodafone-Kunden können damit schon bald in 50 deutschen Städten mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde im Internet surfen und Musikdateien oder Videos in Höchstgeschwindigkeit aus dem Netz herunterladen. Der Großhandelspreis für die VDSL-Nutzung, den Vodafone an die Telekom abführen muss, liege bei unter 30 Euro je Anschluss, sagte Joussen weiter. Genaue Angaben wollte er nicht machen. Auch die Telekom bestätigte die Einigung.

Lange Zeit hatte sich der Marktführer dagegen gesträubt, den superschnellen Internetzugang für seine Konkurrenten zu öffnen. Wegen der hohen Investitionen forderte Konzernchef Rene Obermann mehrmals eine Regulierungspause.

Der Mobilfunkbetreiber Vodafone, der inzwischen mit der Integration der Arcor-Gruppe ein Komplettanbieter geworden ist und als größter Herausforderer der Telekom gilt, sieht die Einigung mit einem lachenden und weinenden Auge: Für die Kunden ergebe sich der Vorteil, dass sie das schnelle Internet nutzen zu können. Für den Wettbewerb der Infrastrukturen sei der Wiederverkauf jedoch schädlich, betonte Joussen. Das Monopol der Deutschen Telekom werde hierdurch nur zementiert.

Vodafone würde nach Ansicht von Joussen den Ausbau eines eigenen Hochgeschwindigkeitsnetzes vorziehen. „Wir wollen investieren“, betonte er. Dies scheitere aber immer noch daran, dass die Telekom ihre Kabelverzweiger (KVZ) nicht für die Konkurrenten öffnen will. Die KVZs verbinden in relativ kurzer Distanz alle Haushalte auf der sogenannten letzten Meile mit einem Telefonanschluss. Rund 80 Prozent dieser Anschlüsse entfallen auf die Telekom. In anderer Richtung wurden sie zum Teil mit Glasfaserleitungen bis zum Hauptverteiler verbunden und damit zu VDSL-Leitungen aufgerüstet.

Zum Stand der Integration der Festnetztochter Arcor in die Vodafone-Gruppe sagte Joussen weiter, dass das gemeinsame Unternehmen inzwischen mit einem einheitlichen Management und Netz sowie einer einheitlichen Kundenbetreuung arbeite. Der nächste Schritt sei die Umbenennung der Arcor AG in Vodafone sein. Vor einem Jahr hatte Vodafone die restlichen Anteile von Arcor übernommen. In wenigen Tagen geht Vodafone mit einer Werbekampagne zum gemeinsamen Markenauftritt in die Offensive.

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