Internetanbieter kündigt Beschwerde an
T-Online darf noch nicht zur Mutter

Europas größter Internetanbieter T-Online darf vorerst nicht wieder in den Mutterkonzern Deutsche Telekom eingegliedert werden.

HB DARMSTADT. Das Landgericht Darmstadt wies am Dienstag eine Klage von T-Online auf sofortigen Vollzug der im April beschlossenen Verschmelzung zurück. Zunächst müssten die Klagen zahlreicher Kleinaktionäre gegen den Zusammenschluss abgewartet werden, entschied das Gericht. Die Aktien von T-Online legten deutlich zu.

Aus Sicht der Darmstädter Richter hat T-Online nicht ausreichend nachweisen können, dass ohne die Eingliederung derart schwere wirtschaftliche Nachteile drohen, die eine sofortige Eingliederung nötig machen würden. Eine sofortige Eintragung der Verschmelzung ins Handelsregister sei nicht mehr rückgängig zu machen und stelle einen schwer wiegenden Eingriff in die Rechte der Kleinaktionäre dar. Es stehe keineswegs fest, dass die Klagen von Kleinaktionären unzulässig und unbegründet seien, sagte die Vorsitzende Richterin Ursula Emmenthal. Die Klagen könnten möglicherweise erfolgreich sein, fügte sie hinzu.

Der Vorstand von T-Online schlug am Dienstagnachmittag nach einer Prüfung des Gerichtsbeschlusses dem Aufsichtsrat vor, sofort Beschwerde einzulegen. Der Anwalt der Kleinaktionäre, Peter Dreier, hatte bereits zuvor mit diesem Schritt gerechnet. „T-Online wird die für die Kleinaktionäre sehr gute Entscheidung kaum hinnehmen und Beschwerde beim Oberlandesgericht Frankfurt einlegen“, sagte Dreier.

„Die Entscheidung stärkt die Rechte der Kleinaktionäre und ist für uns ein glatter Etappensieg“, fügte er hinzu. Dieselbe Zivilkammer werde auch im kommenden Frühjahr sich mit den Klagen in der Hauptsache befassen. Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke werde sein Ziel, schon in diesem Jahr T-Online unter das Dach seines Konzerns zurückzuholen damit nicht erreichen. Im übrigen zeige der Erfolg von T-Online im dritten Quartal beim Verkauf von DSL-Breitbandanschlüssen, dass eine Verschmelzung mit der Telekom gar nicht notwendig sei.

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