Internetbranche
Kein Platz mehr bei MySpace

Das Online-Netzwerk MySpace galt lange als eine der heißesten Geschäftsideen des Internets. Davon kann nun keine Rede mehr sein. Der Lack des einst hippen Start-ups ist ab. MySpace ist in der Krise - und baut allein in den USA 30 Prozent der Stellen ab. MySpace will kleiner, schlagkräftiger werden. Dazu gibt es auch allen Grund.

HB DÜSSELDORF. Ist das der Anfang vom Ende einer weiteren tollen Geschäftsidee fürs Internet? Nicht unbedingt, aber MySpace steht auf jeden Fall mit einer dicken Delle da. Lange war der Name des sozialen Internet-Netzwerks ein Synonym für eine grandiose Wachstumsstrategie und ein hoch interessantes Geschäftsmodell. MySpace, das waren 120 Millionen Internetnutzer, die dank ihrer selbst erstellten detaillierten Profile den Traum jedes Werbetreibenden scheinbar in Erfüllung gehen ließen - nämlich passgenau zugeschnittene Werbung für jeden einzelnen User zu stellen.

Doch diese schöne Gleichung ist nicht aufgegangen. MySpace steckt in der Krise. Wichtigstes Indiz: Das zur News Corporation von Medienzar Rupert Murdoch gehörende Unternehmen will allein in den USA jeden dritten Arbeitsplatz streichen. 420 Jobs sollen weg, 1000 bleiben übrig. Und dabei könnte es nicht bleiben. Michael Arrington vomn IT-Blog TechCrunch will gehört haben, dass auch im Ausland Stellen abgebaut werden sollen - von mehr als 100 Arbeitsplätzen an den 30 weltweiten Standorten von MySpace ist die Rede.

Begründet hatte Vorstandschef Owen Van Natta den geplanten Stellenabbau in einer E-Mail an die Beschäftigten damit, dass MySpace zu groß geworden sei und nun schlanker, schlagkräftiger augestellt werden solle. Für die Branchenbeobachter von Silicon Alley Insider, einem IT-Business-Blog, ist diese Begründung mehr als plausibel. Während MySpace seine geschätzt 120 Millionen Unique User (einzelne Nutzer) mit 1400 Beschäftigten betreue, manage das soziale Netzwerk Hi5 seine 60 Millionen Nutzer mit gerade einmal 60 Mitarbeitern.

Nicht das einzige Problem, mit dem sich MySpace herumschlägt. Besonders böse: Die Konkurrenz unter den Online-Netzwerken wächst. Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts Comscore für den Zeitraum Juni 2007 bis Juni 2008 hat MySpace weltweit zwar immer noch die meisten Unique User. Nur: Die Konkurrenz wächst rasant - MySpace hingegen fast gar nicht mehr. Während Facebook im Vergleichszeitraum die Nutzerzahlen um 153 Prozent steigern konnte, legte MySpace nur um arg bescheidende drei Prozent zu. Damit ist MySpace die einzige der verglichenen Social Networks, das einstellig gewachsen ist.

Die aktuellen US-amerikanischen Zahlen der Marktforschungs-Webseite Compete.com geben MySpace gleichfalls keinen Grund zur Freude. Kurz gesagt: Facebook wächst rapide, MySpace stagniert. Schlimmer noch: In den Vereinigten Staaten kommt MySpace aktuell auf fast 57 Millionen Unique Visitors (also über die IP-Adresse eines Rechners eindeutig bestimmbare Nutzer), Facebook allerdings auf 113 Millionen. Eine Wachstumsstory sieht anders aus.

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