Internetbranche
Spotify kappt kostenlosen Musikdienst

Nach zehn Stunden im Monat müssen Musikfreunde den Dienst von Spotify bezahlen. Der britische Online-Musikdienst hat mehrere Maßnahmen entwickelt, mit denen er sich bei der Musikindustrie beliebter machen könnte.
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San FranciscoDer beliebte werbefinanzierte Online-Musikdienst Spotify schränkt seinen kostenlosen Dienst massiv ein, um mehr Nutzer in seine Bezahlmodelle zu treiben. In Zukunft wird die freie Nutzungszeit auf zehn Stunden pro Monat beschränkt werden, teilte das Unternehmen in seinem Firmen-Blog mit. Nur so könne man langfristig den Dienst weiter anbieten.

Gleichzeitig wird eine zusätzliche Abspielgrenze pro Lied eingeführt. Um zu verhindern, dass Hörer sich immer wieder nur ihre Lieblingslieder auswählen, ist nach fünfmaligem Abspielen für immer Schluss.

Spotify hat nach eigenen Angaben über zehn Millionen Nutzer, von denen rund eine Millionen ein monatliches Abonnement haben. Die Bezahldienste bleiben von den Änderungen ausgenommen.

Das Unternehmen plant seinen Start in den USA, konnte aber bislang noch keine Lizenzverträge für den US-Markt mit den großen Musikfirmen Warner und Universal Music abschließen. Die aktuellen Änderungen dürften deshalb auch als Zeichen des guten Willens an die Musikindustrie zu verstehen sein, dass man in Zukunft mehr Druck auf die Kunden ausüben wird, um sie über einen unattraktiveren Kostenlos-Dienst in die Bezahlmodelle zu drängen.

Das 2006 in Großbritannien gegründete Start läuft dabei aber Gefahr, seine Nutzerbasis zu verlieren, und steht unter massivem Konkurrenzdruck durch Youtube. Seit Googles Videodienst Playlisten für Videos anbietet, lassen sich Musikvideos wie bei einem individualisierten Radiosender automatisch hintereinander abspielen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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