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Internetbranche: Yahoo-Chefin Carol Bartz muss überraschend gehen

Carol Bartz sollte Yahoo gegen neue Herausforderer wie Facebook behaupten. Doch von heute auf morgen muss sie gehen. Damit sind Spekulationen über einen Verkauf des Unternehmens wieder Tür und Tor geöffnet.

Carol Bartz muss ihren Sitz als Yahoo-CEO räumen. Quelle: Reuters
Carol Bartz muss ihren Sitz als Yahoo-CEO räumen. Quelle: Reuters

San FranciscoEklat in Sunnyvale: Der angeschlagene Internet-Konzern Yahoo feuert seine Vorstandschefin Carol Bartz mit sofortiger Wirkung. Als Interims-CEO wurde Finanzvorstand Timothy Morse bestellt. Der Verwaltungsrat habe mit der Suche nach einem permanenten CEO begonnen, teilte das Unternehmen aus Sunnyvale mit.

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Der Internetdienst AllthingsDigital zitiert eine E-Mail von Carol Bartz, in der sie der Belegschaft in einer Rundmail kurz und pragmatisch mitteilt, sie sei gerade telefonisch vom Aufsichtsratschef gefeuert worden. Schon seit geraumer Zeit sollen sich die Spannungen zwischen der CEO und dem Aufsichtsrat verschärft haben.

Im Board sitzt auch Mitgründer Jerry Yang, der nach dem geplatzten Übernahmeangebot von Microsoft für Yahoo für einen heute unvorstellbar hohen Preis von über 44 Milliarden Dollar den Hut als CEO nehmen musste. Yahoo hat heute einen Börsenwert von rund 16 Milliarden Dollar. Die Aktie gewann nachbörslich an der Wall Street rund sechs Prozent.
Mit dem Abgang der Saniererin Bartz bekommen seit längerem kursierende Gerüchte neue Nahrung, nach denen Yahoo jetzt doch wieder aktiv nach einem Käufer sucht. Bartz selbst hatte Ende 2010 angedeutet, man könne sich jeden Partner vorstellen, wenn „der Preis stimmt“. Damals hatte sie aber noch betont, Yahoo stünde nicht zum Verkauf.
Als potenzielle Käufer wurden seitdem Unternehmen wie AOL, der Medienkonzern News Corp. oder Telekomunternehmen wie Verizon genannt. Auch Finanzinvestoren wie Silver Lake Partner und Blackstone sollen die Übernahme durchgerechnet und überlegt haben, Yahoo danach von der Börse zu nehmen.

Vor allem Yahoos Asiengeschäfte gelten als äußerst lukrativ für potenzielle Käufer. Das noch bei Yahoo verbliebene Geschäft für Suchmaschinenwerbung könnte an Microsoft gegeben werden. Asiatische Smartphonehersteller wie HTC oder Samsung dürften an den Mediendiensten und der E-Mail- und Messengersparte interessiert sein, um ein Gegengewicht zu iTunes und Google aufzubauen.
Yahoo verliert immer stärker an Boden gegen Konkurrenten wie Google und Facebook. Carol Bartz war erst Anfang 2009 zu Yahoo gekommen und hat nach ihrer Ankunft ein drastisches Sparprogramm verwirklicht, eine Suchmaschinenallianz mit Microsoft umgesetzt und unrentable Bereiche geschlossen. Trotzdem haben Kritiker ihr immer wieder vorgeworfen, sie habe keine Vision, um Yahoo im Kampf mit den neuen Herausforderern zu positionieren.

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