Internetdienstleister
United Internet in den schwarzen Zahlen

United Internet hat überraschende Quartalszahlen vorgelegt. Der Internetdienstleister hat im ersten Quartal den Umsatz und operativen Gewinn leicht gesteigert. Es gab auch eine Prognose für das Gesamtjahr.

FRANKFURT. Der Rückgang im Geschäft mit Online-Werbung wird nach Ansicht von United Internet bald ein Ende haben. „Ich glaube, wir haben den Boden erreicht. Bei der Vermarktung unserer eigenen Portale wie Web.de oder GMX hatten wir im ersten Quartal sogar ein leichtes Plus“, sagte Ralph Dommermuth, der Vorstandsvorsitzende von United Internet, dem Handelsblatt.

Das Unternehmen musste im ersten Quartal des laufenden Jahres in der Sparte Online-Marketing einen Umsatzeinbruch um fast zehn Prozent verkraften. Der Markt leidet unter der aktuellen Krise, wenngleich nicht so stark wie das klassische Marketing. Der Bundesverband digitale Wirtschaft erwartet 2009 für Deutschland immer noch ein Plus von zehn Prozent auf vier Mrd. Euro.

Der Internet-Dienstleister United Internet, einer der großen deutschen Anbieter im Bereich Online-Marketing, konnte die Delle im ersten Quartal durch Wachstum im übrigen Geschäft kompensieren. Vor allem das Kerngeschäft mit Breitband-Anschlüssen (DSL) lief gut: Hier konnte das Unternehmen im ersten Quartal 270 000 bestehende Resale-Kunden, die die Infrastruktur des Rivalen Deutsche Telekom nutzten, auf das eigene Komplettangebot hieven, das neben Internet auch die Telefonie beinhaltet.

Zwar blieb die Zahl der DSL-Kunden mit 2,08 Mio. lediglich stabil. Dennoch lohnt sich die Verschiebung. „Komplettangebots-Kunden sind im Schnitt rund 200 Euro mehr wert als Resale-Kunden. Im gesamten Jahr werden wir unseren Kundenstamm also um fast 200 Millionen Euro wertvoller machen“, sagte Dommermuth.

Trotz dieses Aufwandes konnte das Unternehmen das Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) mit 83,5 Mio. Euro konstant halten. „Die Migration der Resale-Kunden zu Komplettangeboten ist für uns eine sehr große Investition. Da wir aber insgesamt einen guten Geschäftsverlauf hatten, konnten wir unser Ergebnis dennoch leicht steigern“, sagte Dommermuth.

Unter dem Strich konnte United Internet den Umsatz im ersten Quartal um fünf Prozent auf 423,4 Mio. Euro steigern. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag mit 70,7 Mio. Euro leicht über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Analysten wie Stefan Borscheid von der LBBW beurteilten die Zahlen positiv. Der Aktienkurs legt zum Teil deutlich zu.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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