Internetkonzern
AOL kommt wieder in Fahrt

Der Internetkonzern AOL verdient wieder besser - und das trotz eines Umsatzeinbruches. Das liegt aber vor allem daran, dass sich AOL von wenig rentablen Geschäftsbereichen getrennt hat.
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HB NEW YORK. Das Internet-Unternehmen AOL kommt bei seinem Wandel zum Inhalte-Anbieter voran. Im dritten Quartal steigerte AOL den Gewinn im Jahresvergleich von 74 auf 171,6 Millionen Dollar. Das gelang trotz eines Umsatzeinbruchs von 27 Prozent auf 292,8 Millionen Dollar. Allerdings betont AOL, dass der Umsatzrückgang auf den Abschied von ineffizienten Produkten und Geschäftsbereichen zurückgehe. Der Internet-Pionier hatte unter anderem sein Europa-Geschäft zusammengestrichen.

Zu dem Gewinn trugen auch Einnahmen aus dem Verkauf des Messaging- Dienstes ICQ und der Beteiligung am Online-Reiseanbieter Kayak, wie AOL am Mittwoch berichtete.

AOL war einst im Geschäft mit Online-Zugängen groß geworden und fusionierte auf dem Höhepunkt der Internet-Euphorie mit dem Medienkonzern Time Warner. Als die Dotcom-Blase platzte, geriet die 100 Milliarden Dollar schwere Verbindung in zum Desaster. AOL wurde zu einer Randsparte des Konzerns. Letztlich entschied sich Time Warner für die Trennung. Seitdem ist AOL wieder solo unterwegs und versucht einen Neuanfang mit Internet-Inhalten.

Auf dem neuen Kurs gab AOL allein im vergangenen Quartal knapp 100 Millionen Dollar für Zukäufe aus: Das Technologieblog TechCrunch, die Software-Firma Thing Labs und den Ratgeber-Video-Spezialisten 5 Minutes. Zu AOL gehören auch populäre Blogs wie Engadget.com oder das Entertainment-Portal TMZ.com.

Trotz des positiven Quartals steckt AOL nach den ersten neun Monaten des Jahres noch tief in den roten Zahlen mit einem Minus von 848,7 Millionen Dollar. Das Loch in die Bilanz hatten vor allem Abschreibungen auf den Unternehmenswert gerissen.

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