Internetkonzerne
Google entlässt Leiharbeiter

Google trennt sich einem Medienbericht zufolge von einem Großteil seiner Leiharbeiter. Außerdem hat der Internetkonzern SearchWiki gestartet. Damit können User eine personalisierte Suche durchführen.

HB BERLIN. Über die Entlassung der Leiharbeiter sei bereits vor der akuten Konjunkturflaute nachgedacht worden, sagte Unternehmenssprecherin Jane Penner laut der Dienstagsausgabe des "Wall Street Journal". Genaue Angaben über die Zahl und den Zeitplan der Streichungen machte sie allerdings nicht. Pläne über die Entlassung fest angestellter Mitarbeiter gebe es derzeit nicht, sagte Penner weiter.

Google beschäftigte dem Bericht zufolge zum Ende des dritten Quartals weltweit rund 20 000 eigene Mitarbeiter sowie etwa 10 000 Leiharbeiter.

Außerdem hat Google SearchWiki gestartet und forciert damit personalisierte Suche. Über google.com können Anwender mit einem Google-Account jetzt in den Ergebnisseiten ihrer Suche Treffer nach oben oder unten verschieben, löschen, hinzufügen und kommentieren. Google nutzt verstärkt personalisierte Dienste wie SearchWiki oder Webprotokoll, um Anwendern persönlich angepasste Suchergebnisse zu liefern.

Der Suchmaschinen-Riese speichert personenbezogene Daten und tauscht diese zwischen den verschiedenen Services aus, um Inhalte speziell auf die Nutzer zuzuschneiden und die Dienste für sie zu verbessern. Wertvolle Infos hierfür liefert der userbezogene Google-Account, der für Dienste wie GMail oder Google Calendar Voraussetzung ist.

Außerdem nutzen Suchdienste Cookies und Server-Logdateien, die unter anderem Inhalt der Suchanfrage und die IP-Adresse enthalten. Die Logdateien reichen bereits aus, um beispielsweise den Standort des Users zu ermitteln und Suchergebnisse entsprechend anzupassen.

"Durch intelligente Verknüpfung solcher Informationen erhalten Suchdienste ein genaues Profil der Nutzer", erklärt Christian Mauer, Geschäftsführer der auf Suchmaschinenoptimierung spezialisierten SUMO GmbH ( www.sumo.de ). Google weiß dann zum Beispiel, ob der Benutzer bei Eingabe von "Jaguar" nach einem Auto sucht - oder Tierliebhaber ist. Unterschiedliche Nutzer erhalten bereits heute bei Eingabe des gleichen Suchwortes unterschiedliche Ergebnisseiten.

Mit den Auswirkungen müssen sich jetzt die Internet-Professionals auseinandersetzen: "Für manche große Website wie Portale oder Shopping-Plattformen könnte die Personalisierung zunächst einen Besucherrückgang bedeuten", glaubt Mauer. Die User klicken gerne auf solche Seiten, da sie in den Trefferlisten oben stehen. Dazu müssen sie für viele Suchbegriffe besonders suchmaschinenfreundlich programmiert sein. Thematisch passen eventuell kleinere Seiten aber besser. Dank Personalisierung der Suche können solche Seiten künftig nach oben rutschen.

"Mancherorts wird schon das Ende der Suchmaschinenoptimierung prophezeit", beobachtet Mauer. "Aber auch in Zukunft müssen Webseiten, egal ob großes Portal oder Nischenwebsite, suchmaschinenfreundlich gestaltet sein. Auch eine besonders ausgeklügelte Personalisierung nutzt nichts, wenn die Website im Google-Kosmos unentdeckt bleibt."

Vielmehr werde SEO auch für Seiten interessant, wo es bislang mangels Erfolgsaussichten gar keinen Sinn gemacht hatte zu optimieren. Da die Surfer künftig schneller auf passenden Seiten landen, wird die Conversion Rate steigen; statt vieler werden die richtigen Besucher kommen.

Kopfzerbrechen dürfte ein anderes Thema bereiten: die Abrechnung. "Eventuell muss die Branche über neue Abrechnungsmodelle nachdenken", glaubt Mauer. "Denn wenn jeder User ein anderes Suchergebnis erhält, ist es schwieriger, den Erfolg der Optimierung zu messen. Eine Abrechnung nach erzielten Platzierungen in den Suchdiensten könnte schwieriger werden."

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