Internetkonzerne
Yahoo und Google beschränken sich

Der angeschlagene Internetkonzern Yahoo muss einen neuen Rückschlag verdauen: Die Werbekooperation mit dem Wettbewerber Google wird voraussichtlich wesentlich kleiner ausfallen als erhofft. Die Vereinbarung, nach der Yahoo Werbung von Google auf seinen Seite zeigen kann, soll angeblich auf zwei statt auf zehn Jahre beschränkt werden.

SAN FRANCISCO. Zudem werde voraussichtlich eine Obergrenze von 25 Prozent für den möglichen Werbeumsatz im Suchmaschinengeschäft von Yahoo eingezogen, sagten mit der Sache vertraute Personen.

Der Grund seien massive Bedenken auf Seiten der Wettbewerbsbehörden, die nicht ausgeräumt werden könnten. Die neuen Vorschläge seien über das Wochenende unterbreitet worden. Der Kurs der Yahoo-Aktien stieg gestern in einem freundlichen Markt an. Die Spekulationen gehen jetzt dahin, dass Yahoo schnell versuchen wird, mit dem Wettbewerber AOL zu fusionieren. Google und das Justizministerium äußerten sich nicht zu den Gerüchten. Eine Yahoo-Sprecherin sagte, die Diskussionen mit dem Ministerium dauerten an.

Für Yahoo sei die die eingedampfte Kooperation mit Google nur noch „ein kleines Pflaster statt der benötigten umfangreichen Operation“, sagte Experte Mukul Krishna von Frost and Sullivan. „Außerdem fragt man sich: Was passiert nach zwei Jahren?“ Yahoo hatte auf die Mitte Juni vereinbarte Zusammenarbeit große Hoffnung gesetzt und sich 250 bis 450 Mio. Dollar Mehrgewinn pro Jahr versprochen. Die reduzierte Kooperation werde lediglich 80 bis 100 Mio. Dollar bringen, schätzt die Investmentbank Needham.

Die Rettung der Kooperation wird als ein Versuch von Google angesehen, die Übernahme von Yahoo durch Microsoft zu verhindern. Die Partnerschaft war unmittelbar nach dem Scheitern von Übernahmeverhandlungen zwischen Yahoo und Microsoft verkündet worden.

Google wird der Rückschlag weniger belasten als Yahoo. Der Anteil des Konzerns am Suchmaschinenmarkt in den USA stieg laut dem Web-Marktforscher Comscore auf 63 Prozent. Yahoos Stellung ging dagegen auf 19,6 Prozent zurück, der Anteil von Microsoft sank weiter auf 8,3 Prozent. Durch die Übernahme Yahoos hatte Microsoft den Rückstand auf Google verkürzen wollen.

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