Internetportal Yahoo erwirtschaftet Rekordgewinn, doch der Aktienkurs bricht ein
IT-Branche kann hohe Erwartungen zur Jahresmitte kaum erfüllen

Der Auftakt für die Berichtssaison des zweiten Quartals hat in der High-Tech-Industrie für trübe Stimmung gesorgt. Neben zahlreichen Gewinnwarnungen von Softwarehäusern wie Siebel und Peoplesoft zeichnet sich ab, dass ein „eher schwieriges Quartal“ hinter der High-Tech-Branche liegt, wie aus verschieden Firmen der Branche zu hören war.

HB /je/jojo/tnt PORTLAND/MÜNCHEN. „Die Unternehmen sind bei ihren Investitionen in Software im Vergleich zu früher vorsichtiger geworden und stückeln auch große Projekte in kleine Schritte“, sagt Thomas Volk, der beim US-Softwarehaus Sybase für das internationale Geschäft zuständig ist.

Rolf Schwirz, Deutschland-Chef des amerikanischen Softwareanbieters Oracle, zeigt sich dagegen vorsichtig optimistisch: „In den Firmen wird an der Informationstechnologie nicht weiter gekürzt.“ Allerdings fügt er hinzu: „Aber kein Unternehmen kehrt zu den hohen Budgets zurück, wie wir sie vor dem Einbruch im Jahr 2001 hatten.“

Großes Wachstum ist in der Tat nicht in Sicht: Der Umsatz des Datenbankspezialisten fiel in Deutschland im abgelaufenen Geschäftsjahr (1.6.) auf 430 Mill. Euro von 446 Mill. Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend dafür war vor allem, dass Oracle sein Beratungsgeschäft hier zu Lande kräftig gestutzt hat.

Für den Computerkonzern IBM, nach Microsoft die Nummer zwei im weltweiten Softwaregeschäft, rechnen Experten in der Softwaresparte mit einer Punktlandung bei den Ergebnissen – aber darüber hinaus nicht mit positiven Überraschungen. Im Gegensatz zu SAP verkauft IBM keine Anwendungsprogramme, sondern hauptsächlich Systemsoftware für den Betrieb und das Management von Computernetzen.

Nicht nur in der Softwarebranche sind die Erwartungen riesengroß. Das musste gestern auch das Internet-Portal Yahoo erfahren. Obwohl Yahoos Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 92 Prozent auf 609 Mill. Dollar kletterte und der Reingewinn sich auf 113 Mill. Dollar mehr als verdoppelte, brach der Aktienkurs des Online-Unternehmens ein. Zeitweilig gab der Kurs um mehr als acht Prozent nach.

„Nach den Ergebnissen des vierten Quartals 2003 und der ersten drei Monate 2004 erwartete die Börse für das zweite Quartal Wunder von Yahoo. Die sind nicht eingetroffen“, sagte Analyst Martin Pyykkonen von der Investmentfirma Janco Partners.

Zudem zeigten sich die Anleger von der Prognose der kalifornischen Firma enttäuscht. Yahoo erwartet im Vergleich zum Vorjahr für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum um rund 70 Prozent auf 2,45 bis 2,53 Mrd. Dollar und einen freien Cash-Flow von 770 Mill. Dollar.

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