Internetsuche
Facebook intensiviert Schlacht gegen Google

Mit dem Kauf von Friendfeed eröffnet Facebook das nächste Schlachtfeld gegen Google: Das Social Network will als erstes eine Internetsuche ohne Zeitverzögerung anbieten. Das so genannte "Real Time Web" soll Nachrichten schneller verbreiten und bessere Ergebnisse liefern als Google & Co.

DÜSSELDORF. Macava war der erste. Unter diesem Nutzernamen twittert ein "schwäbischer Soziologe in Westfalen", wie er sich selbst beschreibt. Gestern um 13.01 Uhr schrieb er beim Kurznachrichtendienst: "Keine Verlängerung der Schulferien in NRW!"

Zu diesem Zeitpunkt war diese von Eltern und Schülern heiß erwartete Nachricht weder bei Nachrichtenagenturen zu finden noch bei Online-Nachrichten-Seiten. Denn sie alle mussten zuerst die Nachrichtenlage zusammenfassen, Artikel schreiben, formatieren und online stellen. Die nackte Information war via Twitter schneller verbreitet.

Wer gleichzeitig bei Google, Yahoo oder Bing suchte, wurde ebenfalls nicht fündig. Die Konstruktion der Suchmaschinen erlaubt es nicht, zu jeder Sekunde das gesamte World Wide Web zu überwachen. Aus dieser Diskrepanz erwächst ein neues Modewort: Real Time Web.

Die Idee: Die Masse der Menschen nimmt ein Thema schneller auf, als es eine Suchmaschine kann. Und die meisten der Menschen werden dann über Social Networks oder Dienste wie Twitter auf die Web-Seite verlinken, die Ausgangspunkt der Nachricht war.

Ähnliches passiert schon seit Jahren, zum Beispiel in Foren. Doch die Verbreitung schneller Datenleitungen, die Begeisterung für mobiles Surfen und die Vernetzung der Dienste untereinander sorgt für genug von Nutzern verfasste Inhalte und eröffnet die Möglichkeit, jederzeit darauf zuzugreifen.

Gelingt es, diese digitale Kommunikation der Menschen zu ordnen, entsteht eine neue Form der Suchmaschine, die vor allem bei Nachrichten schneller ist und bessere Ergebnisse liefert als Google & Co.

Wann immer ein solches Modewort in der Internet-Branche auftaucht, folgt ihm bald auch das Geld. In der Nacht zu Dienstag war es das von Facebook. Das mit 250 Mio. Nutzern das weltweit größte Social Network übernahm Friendfeed für 15 Mio. Dollar in bar sowie Anteilen an Facebook. Diese Anteile hätten bei einer Bewertung von Facebook mit 6,5 Mrd. Dollar insgesamt - so hoch taxierte jüngst der russische Investor Digital Sky Technologies das Unternehmen - einen Wert von 32,5 Mio. Dollar. Ein Drittel des Kaufpreises geht an den Kapitalgeber Benchmark, der Anfang 2008 fünf Mio. Dollar in Friend-Feed investiert hat.

Auf den ersten Blick ein merkwürdiges Geschäft: Friendfeed hat es in den zwei Jahren seines Bestehens auf - für Web-Verhältnisse - magere eine Million Nutzer gebracht, ohne ein Erlösmodell zu besitzen. Seine Kunden können alle ihre Netz-Aktivitäten bei Friendfeed konzentrieren, ihre Freunde können diesen Fluss der Online-Aktivitäten dann verfolgen. Einige der Ideen von Friendfeed hat Facebook bereits dreist kopiert.

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