Internetsuchmaschine kauft Doubleclick
Google sticht Rivalen Microsoft aus

Der amerikanische Internetkonzern Google baut seine Vormachtstellung im Online-Werbemarkt weiter aus. Für eine Summe von 3,1 Milliarden Dollar in bar kauft der Suchmaschinenbetreiber die New Yorker Online-Werbefirma Doubleclick. Google sticht damit Erzrivalen wie Microsoft und Yahoo aus.

HB/tor NEW YORK. Mit dem Kauf dringt Google weiter in den Markt für grafische Werbung auf Internetseiten vor. So genannte Display-Anzeigen machen heute etwa 34 Prozent des gesamten Online-Werbemarktes aus. Bislang ist Yahoo hier führend. Google ist dagegen Marktführer bei Textanzeigen, die direkt neben die Suchergebnisse platziert werden.

„Diese Übernahme ist Teil unserer Wachstumsstrategie“, sagte Google-Chef Eric Schmidt am Freitag nach Börsenschluss. Die Übernahme beschleunige das Eintreten seines Konzerns in einige Märkte um Jahre. Der Zukauf soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Wettbewerbsbehörden müssen der Transaktion allerdings noch zustimmen.

Microsoft hatte sich in der vergangenen Woche aus dem Bietergefecht zurückgezogen, als die Kaufsumme die Marke von zwei Milliarden Dollar überstieg. Der Softwarekonzern versucht derzeit, in das Online-Anzeigengeschäft einzusteigen. Anfangs hatten auch die Google-Konkurrenten Yahoo und AOL Interesse an Doubleclick gezeigt. „Das Unternehmen wurde heiß umworben“, sagte Jordan Rohan, Analyst bei der Investmentgesellschaft RBC Capital Markets, „Google war offensichtlich bereit, einen Betrag zu zahlen, der Microsoft außen vor lässt.“

Der große Gewinner des Bietergefechts ist die Private-Equity-Firma Hellman & Friedman, die Doubleclick vor zwei Jahren für 1,1 Mrd. Dollar mehrheitlich erworben hat. Hellman hatte zu Beginn der Auktion zwei Mrd. Dollar für Doubleclick gefordert.

Teuerste Akquisition in der Google-Geschichte

Die Akquisition ist mit Abstand die teuerste in der Google-Geschichte. Sie übertrifft den Kaufpreis für die Video-Internetseite Youtube im Oktober vergangenen Jahres von 1,65 Milliarden Dollar um fast das Doppelte. Google sitzt auf liquiden Mitteln von mehr als elf Milliarden Dollar.

Mit dem Kauf stoßen die beiden Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page in einen für den Konzern neuen Bereich der Internetwerbung vor. Doubleclick ist auf gezielte Display-Anzeigen im Bild-, Wort- und Videoformat spezialisiert, die das Unternehmen für seine Kunden auf Web-Seiten platziert, wenn ein Online-Nutzer sie anklickt. Dabei arbeitet die Firma sehr eng mit Web-Verlegern, werbenden Unternehmen und Werbeagenturen zusammen. Einst war Doubleclick ein Star der Dotcom-Ära, stürzte jedoch nach dem Platzen der Internetblase ab. Die Gesellschaft hat heute mehr als 1 500 Kunden, darunter große Medienkonzerne wie Time Warner und News Corp. Das Unternehmen, das nicht mehr an der Börse notiert ist, machte Schätzungen zufolge zuletzt einen Jahresumsatz von 300 Mill. Dollar und erwirtschaftete einen Gewinn von 50 Mill. Dollar.

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