Internetsuchmaschinen
Gegen Baidu ist Google (noch) chancenlos

Der Suchmaschinenriese Google ist unschlagbar? Nicht unbedingt. Zumindest nicht in China. Dort ist Baidu immer noch die Nummer eins. Und Chinas größte Suchmaschine will weiter Fahrt aufnehmen - auch in der Krise. Und das muss Baidu wohl auch. Denn Google schläft nicht. Ganz im Gegenteil.

DÜSSELDORF. Den Quartalsgewinn um 24 Prozent gesteigert, beim Umsatz um 41 Prozent zugelegt, die Erwartungen der Analysten übertroffen und der Ausblick bleibt trotz weltweitem Wirtschaftsabschwung rosig. So wie Baidu sehen wohl Sieger aus. Und das tollste daran: Baidu steht ausgerechnet auch noch in einem Markt glänzend da, in dem Yahoo unter Druck ist und Microsoft auf keinen grünen Zweig kommt: die Rede ist vom Geschäft der Internetsuchmaschinen.

Und da ist gegen Google mit einem weltweiten Marktanteil laut Net Applications von gut 81 Prozent eigentlich kein Kraut gewachsen - es sei denn, es kommt aus China. Da ist der Suchmaschinenbetreiber noch Baidu eine Macht. Laut dem China Internet Network Information Center (CNNIC) lag Baidus Marktanteil in der Volksrepublik im vergangenen Jahr bei stolzen 76,9 Prozent. Google lag mit 16,6 Prozent abgeschlagen auf Platz zwei. Asiens zweitgrößte Volkswirtschaft - für Google eine verkehrte Welt, oder?

Das schon, aber Google holt auf - zumindest, wenn es nach den jüngsten Zahlen des Shanghaier Marktforschungsinstituts iResearch geht. Demnach ist Googles Marktanteil im ersten Quartal dieses Jahres auf 32,8 Prozent nach oben geschnellt. Baidu liegt laut iResearch zwar immer noch vorne, aber "nur" noch mit 62,5 Prozent.

Aber Baidu-Chef Robin Li ist optimistisch, dass Baidu - die laut dem Rankingspezialisten Alexa zehntgrößte Website der Welt - weiter wächst, wie er Analysten diese Woche sagte. Nicht zu Unrecht, wie etwa Tian Hou, Analystin von Pali Research sagt: "Baidu vollzieht einen wichtigen positiven Schritt, indem sie (ihr Geschäftsmodell, Anmerkung d. Red.) immer mehr dem Google-Modell angleichen."

Das wird auch nötig sein. Denn bislang ist bei einer Baidu-Suche nicht so leicht erkennbar, welcher Suchbegriff bezahlt, und welcher von der Suchmaschine auch so gefunden wäre. Für Nutzer zweifellos ein Ärgernis - für Baidu sind bezahlte Suchbegriffe eine wichtige Einnahmequelle.

Nichtsdestotrotz geht etwa Jeffrey Lindsay, Analyst von Bernstein Research, weiter von Baidus Siegeszug aus - und davon, dass Baidu und Google auf dem noch jungen chinesischen Markt (mit dementsprechend noch hohem Wachstumspotenzial) früher oder später die übrige Konkurrenz mehr oder minder an die Wand fahren werden. Die Marktdaten von iResearch sind eindeutig: Baidu und Google vereinen 95,3 Prozent des Marktes auf sich.

Bis dahin steht Baidu fürs erste Quartal mit einem Umsatz von 810,7 Mio. Yuan (umgerechnet 118,6 Mio. Dollar) und einem Nettogewinn von 181,1 Mio. Yuan (26,5 Mio. Dollar). Da schrumpft Baidus Größe im Vergleich zu Google dann doch wieder zusammen. Und trotzdem haben amerikanische IT-Blogger recht, wenn sie schreiben: "Baidu hat das geschafft, woran viele andere gescheitert sind, nämlich das zu schaffen, was Google geschafft hat - einen Markt zu dominieren."

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