Internettechnologie
Adobe vollendet Übernahme von Macromedia

Das US-Softwareunternehmen Adobe-Systems hat gestern die Übernahme des vorwiegend auf Internettechnologie ausgerichteten Softwarehauses Macromedia abgeschlossen. Adobe hatte im April angekündigt, Macromedia für 3,4 Mrd. Dollar kaufen zu wollen.

tnt HB FRANKFURT. Nach der Zustimmung der Aktionäre sowie der Genehmigung durch US-Justizbehörden ist die Übernahme jetzt vollzogen und die Notierung der Macromedia-Aktie an den Börsen eingestellt worden. Investoren erhalten im Tausch 1,38 Adobe-Aktien je Macromedia-Papier.

Damit baut Adobe im Markt für elektronische Veröffentlichungen seine Marktführerschaft aus. Beide Unternehmen entwickeln und vertreiben Software für Web-Entwickler, Grafiker und Autoren. Adobe ist Internetnutzern aber vor allem durch sein Programm Acrobat Reader bekannt, mit dem man PDF-Dokumente betrachten kann.

Im professionellen Einsatz dient Software von Adobe für die Veröffentlichung von Dokumenten, Bild- und Grafikbearbeitung sowie für das Layout von Druckerzeugnissen. Der Vorteil der Programme ist die Unabhängigkeit von einem speziellen Betriebssystem. PDF-Dokumente können zwischen Windows-PCs und den im grafischen Gewerbe weit verbreiteten Apple-Rechnern hin und her geschickt werden.

Innerhalb der kommenden zwei Jahre will nun Adobe die PDF-Technologie um Macromedias Flash-Technologie für Grafiken im Internet erweitern und zusammenführen. „Der Plan ist es, die beiden Technologien zu einer Plattform zu verschmelzen“, sagte Adobe-Europa-Chef Pierre van Beneden dem Handelsblatt. Ziel sei es, eine Software zu entwickeln, mit der Inhalte erzeugt und verbreitet werden können. Mit der neuen Technologie ziele Adobe über den PC-Computer hinaus aber auch „alle Arten von Endgeräten, wie zum Beispiel Handys“, sagte van Beneden.

Ein weiteres Motiv für die Übernahme war aber auch die Stärkung des Softwarekonzerns mit Sitz in San Jose im wachsenden Wettbewerb mit Microsoft. Schon seit einiger Zeit will Microsoft über seine Bürosoftware Office einen eigenen Standard für Dokumentenformate entwickeln. Allerdings wird das 2006 auf den Markt kommende Office 12 auch eine Funktion enthalten, die PDF-Dokumente erzeugt.

Zusammen mit Macromedia wird sich der Umsatz von Adobe künftig auf mehr als zwei Mrd. Dollar belaufen, davon rund 730 Mill. Dollar in Europa. Die Zahl der Mitarbeiter steigt auf rund 5 500.

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