Internettochter soll möglicherweise integriert werden
Bei der Telekom brodelt die Gerüchteküche

Der Rücktritt von T-Com-Vorstand Joachim Brauer als Konsequenz aus dem Maut-Debakel hat eine Welle von Spekulationen über einen möglichen Umbau der Konzernstruktur der Deutschen Telekom ausgelöst. Im Mittelpunkt: Die Zukunft der Internettochter T-Online, üer die es in der Gerüchteküche heißt, dass sie wieder reintegriert werden könnte.

HB DÜSSELDORF. Das Unternehmen dementierte allerdings solche Pläne am Freitag. T-Online solle eine selbständige Gesellschaft bleiben, hieß es. Aus Konzernkreisen verlautete darüber hinaus, es gebe zumindest keine konkreten Pläne für eine Änderung der organisatorischen Aufstellung. Wohl aber mache man sich im Konzern laufend grundsätzlich Gedanken unter anderem über die Aufteilung von Zuständigkeiten der Festnetz- und Internetsparte.

Insgesamt besteht der Bonner Konzern aus vier Säulen, zu denen noch der Mobilfunk und das Geschäft mit Systemlösungen für Firmenkunden gehören. Nach dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer Mitte 2002 war diese Aufstellung gründlich überprüft und für gut befunden worden. Der amtierende Konzernlenker Kai-Uwe Ricke hatte dann für jede der Sparten einen Vorstandsposten eingerichtet mit dem Ziel, die operative Verantwortung zu stärken. Offenbar um dem Eindruck entgegenzutreten, die Säulen führten ein zu starkes Eigenleben, betonte Ricke bei der Bilanzvorlage Anfang März, die Telekom sei ein integrierter Konzern mit den Sparten als Organisationsform.

Zugleich kündigte er an, dass sich das Unternehmen stärker nach den Kundenbedürfnissen ausrichten werde. Als weitere Aufgabe für dieses Jahr hat sich der Vorstandsvorsitzende eine stärkere Matrixstruktur mit übergreifenden Themenkomplexen und Querschnittfunktionen vorgenommen. In verschiedenen Presseberichten der vergangenen Monate war zu lesen, in den Bereichen mache sich Konkurrenzdenken breit. Zudem wurde kritisch angemerkt, es gebe Überschneidungen und Unübersichtlichkeiten im Produktportfolio. So befassen sich etwa sowohl die Festnetzsparte T-Com wie auch T-Mobile und T-Systems mit lokalen WLAN-Funknetzen.

Für T-Online wird befürchtet, dass sich die geplante Kooperation der Festnetzsäule mit Wettbewerbern zur Vermarktung von DSL-Anschlüssen negativ auswirken wird. In diese platzte am Donnerstag die Rücktrittsankündigung des für die T-Com verantwortlichen Konzernvorstands und Sommer-Gefolgsmannes Josef Brauner. Zur Begründung verwies er auf den Imageschaden, den er wegen seiner Zuständigkeit im Unternehmen für das pannengeklagte Mautbetreiberprojekt Toll Collect erlitten habe. Die „Financial Times Deutschland“ berichtete in diesem Zusammenhang, Ricke plane für den Herbst einen Konzernumbau und überlege, die Vier-Säulen-Organisation aufzulösen.

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