Internettochter von Burda
Tomorrow Focus plant Zukäufe

Das Münchener Internetunternehmen Tomorrow Focus will sich vergrößern. „Wir planen in diesem Jahr Zukäufe“, sagte Vorstandschef Stefan Winners dem Handelsblatt. Die Tochter des Zeitschriftenkonzerns Burda („Focus“, „Bunte“) strotzt derzeit vor Selbstbewusstsein.

MÜNCHEN. „Wir gehen davon aus, dass wir bei Umsatz und Gewinn zweistellig wachsen“, ergänzte Finanzvorstand Enrico Just.

Die Internetfirma finanziert sich einerseits aus Online-Werbung von Markenartiklern wie Heineken, VW und BMW. Zum anderen lebt Tomorrow Focus von der Internet-Präsentation und -Vermarktung von Zeitschriften wie „Focus“, „Playboy“ und „Max“ (Portale). 2005 schrieb das Unternehmen nach einer Neuausrichtung wieder schwarze Zahlen, berichtete Just. Der Gewinn vor Steuern (Ebt) soll sich nach Schätzungen zwischen 800 000 bis 1,5 Mill. Euro belaufen. Auch der Umsatz wächst. „Wir gehen 2005 von deutlich über 50 Millionen Euro aus“, sagte Winners. Die Bilanz wird im März vorgestellt. Analyst André Remke von der Hypo-Vereinsbank hatte die Aktie zuletzt als „Outperformer“ eingestuft.

Der 39-jährige Winners hatte im vergangenen Sommer den langjährigen Tomorrow-Focus-Chef Jörg Bueroße abgelöst. Intern wurde das Unternehmen (190 Mitarbeiter) seitdem umgebaut. „Unten mehr Indianer und oben weniger Häuptling“, umschreibt Winners die Strategie.

Der Wettbewerber Gruner + Jahr („Stern“, „Geo“) setzt im Gegensatz zur Münchener Burda-Tochter nicht auf die Strategie der massenwirksamen Portale. Die Bertelsmann-Tochter visiert über Internet-Auftritte von „brigitte.de“ oder „stern.de“ festere Zielgruppen an, auch wenn das auf Kosten der Reichweite geht. Genaue Zahlen zum Internetgeschäft wollte Gruner auf Anfrage allerdings nicht nennen.

Der Markt der Internet-Reklame wächst. „Wir gehen dieses Jahr von einem zweistelligen Wachstum aus“, berichtete Tomorrow-Manager Just. Der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) warnt unterdessen vor zu großer Euphorie. „Es gibt ein dynamisches Wachstum, aber auf niedriger Ausgangsbasis“, sagte ZAW Geschäftsführer Volker Nickel. 2004 beliefen sich die Netto-Werbeeinnahmen im Online-Geschäft laut ZAW auf 271 Mill. Euro. Zum Vergleich: Die Fernsehsender nahmen 3,9 Mrd. Euro ein.

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