Internetunternehmen steigert Umsatz mit Bezahldiensten und senkt Verluste
Lycos will spätestens 2007 schwarze Zahlen schreiben

Das Internet- Unternehmen Lycos Europe sieht ein Ende der Verlustjahre. „Wir gehen davon aus, dass wir spätestens in drei Jahren die Gewinnzone erreichen“, sagte Vorstandschef Christoph Mohn dem Handelsblatt. Für Optimismus sorgen die vergleichsweise guten Zahlen im dritten Quartal.

hps DÜSSELDORF. Lycos senkte den Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um zwölf Prozent auf minus 7,2 Mill. Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Fehlbetrag ging im selben Zeitraum von minus 12,6 Mill. Euro auf minus neun Mill. Euro zurück. Seit der Gründung vor sieben Jahren schreibt Lycos Verluste.

„2004 ist für uns ein Übergangsjahr“, sagte Mohn. Der Sohn des Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn hat das Internetportal im vergangenen Jahr neu ausgerichtet. Lycos konzentriert sich auf kostenpflichtige Dienste und E-Commerce. Mit billigen Breitband-Internetzugängen (DSL) macht das Unternehmen dem Konkurrenten T-Online Konkurrenz. Laut Mohn hat Lycos bereits 14 000 DSL-Kunden in Deutschland. In Schweden werden es bald 46 000 DSL-Kunden sein. Das Geschäft mit kostenpflichtigen Internetdiensten, E-Commerce und Verkäufen von DSL-Zugängen gilt als margenstark. Gleichzeitig verabschiedet sich das seit März 2000 börsennotierte Unternehmen zusehends vom wechselhaften Online- Werbemarkt.

Das Unternehmen, mehrheitlich im Besitz des spanischen Telekomriesen Telefonica und des Mediengiganten Bertelsmann, erwartet auch in den letzten drei Monaten ein starkes Umsatzwachstum. Die Erlöse stiegen im dritten Quartal um 18 Prozent auf 22,8 Mill. Euro (Vorjahreszeitraum: 19,4 Mill. Euro). Lycos will den Umsatz mit Online-Shopping und kostenpflichtigen Diensten spätestens 2007 auf über 100 Mill. Euro steigern.

Mohn schließt auch eine Expansion nicht aus. „Wir können uns weitere Zukäufe vorstellen, wenn sich gute Möglichkeiten bieten“, sagt der Vorstandschef. An flüssigem Geld für eine Einkaufstour fehlt es nicht. Auf der hohen Kante liegen knapp 124 Mill. Euro. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass wir alle Mittel brauchen, um in die Gewinnzone zu kommen“, sagte Mohn.

Die Börse hat bisher den Sanierungskurs des Unternehmens, das mit einem schwarzen Labrador-Hund wirbt, nicht honoriert. Vom Höchststand von 24 Euro beim Börsengang ist das in den Niederlanden ansässige Unternehmen meilenweit entfernt. Gestern notierte das Papier bei 65 Cent.

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