
HamburgDie Antworten sind beängstigend: Alles sei bloß „ein Test“. Oder: „Statistik. That’s all.“ So fertigen sonst Herrscher ihre aufgeregten Untertanen ab: Macht euch keine Sorgen. Ihr braucht nichts zu wissen. Wer fragt, der stört. Genau dann aber muss man sich Sorgen machen. Große Sorgen. Ein Test. Statistik.
Das waren Reaktionen eines Mitarbeiters von Facebook gegenüber kritischen Mitgliedern des Sozialen Netzwerks. „Blockwart 2.0“ und „stasimäßig, das Ganze“ hatten sie geschimpft, weil Facebook sie über ihre Bekannten ausfragte. Den Computersystemen von Facebook waren zuvor nämlich etliche Nutzer aufgefallen, die anscheinend Pseudonyme statt ihrer richtigen Namen verwendeten. Nun entspricht es aber nicht der Geschäftsphilosophie des Hauses, dass seine Mitglieder Geheimnisse haben.
Die Suchmaschine ist Googles Herz. Gut 90 Prozent von Umsatz und Gewinn werden hier generiert. Zusammen mit Google Maps besteht ein fast uneinholbarer Vorsprung zu den Wettbewerbern. Die Masse der Forschung wird auf die Suche konzentriert.
Googles Betriebssystem Android hat sich auf dem Mobilfunkmarkt durchgesetzt. Es ist die Eintrittskarte in den mobilen Internetmarkt, die lokale Suche und das Geschäft mit Software, Apps und Medien. Damit ist Android die Versicherung für die Zukunft. Problem: Massiver Beschuss durch Patentklagen. Hier droht eine echte Gefahr.
Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandsteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.
Zum Leben verdammt: Der Spätstarter im Social-Networking-Bereich ist die letzte Chance, dem Giganten Facebook Paroli zu bieten.
Rechen- und Speicherleistung im Internet ist das Herzstück vieler Google-Dienste und eine vielversprechende Erweiterung in den Geschäftskundenbereich. Google kann dort seine Stärken ausspielen.
Mit der Übernahme von Motorola ist Google 2012 ist die Hardware-Produktion eingestiegen. Bislang belastet die Sparte allerdings die Bilanz mit Verlusten.
Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.
Also ließ Facebook vor wenigen Wochen seine Software den Bekanntenkreis der Verdächtigen ausfindig machen und dort nachfragen: „Ist dies der wahre Name deines Freundes?“ Ein Test? Was für ein Test? Ob Menschen bereitwillig ihre Freunde verraten, wenn eine Software sie dazu auffordert? Facebooks Schnüffelei ist nur ein Fall von vielen, in denen führende Konzerne den Internetnutzern mit fragwürdigen Methoden ihre Regeln aufzwingen.
Wenn Google auf Shopping-Tour geht, sind oft Milliardenbeträge im Spiel. Was steckt hinter den größten Zukäufen in der Google-Geschichte?
Im Juli 2010 erwirbt Google für 700 Millionen Dollar die Softwareschmiede ITA. Das Unternehmen aus Boston wertet Fluginformationen aus und stellt seine Daten beispielsweise der Reisewebseite Expedia zur Verfügung. Das macht ITA für Google interessant. Denn für die Suche nach Flugpreisen gibt es zwar diverse Suchmaschinen, Google selbst bietet aber noch keine entsprechende Suchfunktion an.
Im November 2009 kauft Google für 750 Millionen Euro "AdMob". Der Name steht für "Advertising on Mobile" - und genau darauf ist die Firma aus dem kalifornischen San Mateo spezialisiert: AdMob ist eine der größten Plattformen für Werbung auf mobilen Plattformen. Die Firma wirbt damit, dass sie monatlich über 40 Milliarden Banner- und Textwerbungen auf Handys, Tablets und anderen mobilen Geräten schaltet.
Im Dezember 2005 steigt Google bei AOL ein: Für eine Milliarde Dollar erwirbt Google fünf Prozent der Anteile des Internetanbieters - bis dato eine 100-prozentige Tochter der Time Warner Company. Doch die besten Zeiten von AOL waren da schon längst vorbei: 2009 kauft Time Warner den fünfprozentigen Anteil für schlappe 283 Millionen Dollar wieder von Google zurück, um die verlustreiche Tochter endgültig abstoßen zu können.
Im Januar 2006 steht dMarc Broadcasting auf der Einkaufsliste von Google: Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar lässt sich Google den Erwerb des Unternehmens kosten. DMarc ist spezialisiert auf das Werbegeschäft im Radio: Über eine automatisierte Plattform werden Werbespots an amerikanische Hörfunkstationen verteilt. Google will sich damit einen neuen Distributionskanal für seine Werbeplattform "AdWords" erschließen.
Im September 2006 kauft Google für 1,8 Milliarden Dollar die Videoplattform Youtube. Auch hier wittert Google einen klickträchtigen Verbreitungskanal für seine Werbung. Wer ein Video auf der Webseite betrachtet, bekommt fortan Anzeigen von Google präsentiert.
Im Jahr 2007 sticht Google den Erzrivalen Microsoft im Bieterwettkampf um die Firma DoubleClick aus. DoubleClick schaltet grafische Werbeanzeigen auf Webseiten und pflegt exzellente Beziehungen zu finanzstarken Werbekunden. Das macht das Unternehmen für Google so begehrenswert, dass der Internetriese 3,1 Milliarden Dollar dafür auf den Tisch legt.
Dieser Deal stellt alle bisherigen Google-Einkäufe in den Schatten: Für die Mobilfunksparte von Motorola bezahlt Google 12,5 Milliarden Dollar.
Etwa zeitgleich verweigerte Apple die Freigabe für ein satirisches Spiel, das Frederic Jacobs aus San Francisco für das iPhone programmiert hat. Es heißt Angry Syrians und kritisiert in bunter Comic-Optik das brutale Regime von Präsident Baschar al-Assad. Warum es bei Apple nicht erscheinen durfte? Weil es angeblich „diffamierend oder beleidigend“ gewesen sei, berichtet der Programmierer.
Apple unterdrückt eine politische Meinungsäußerung. Wie oft wohl noch? Oder Amazon: nahm Anfang Juni das Schwarzbuch WWF vorübergehend aus dem Programm. Der Autor Wilfried Huismann warf darin der Umweltorganisation große Nähe zur Industrie vor, ein juristischer Streit zeichnete sich ab. Amazon verbannte das Buch, noch bevor die Richter die Vorwürfe beurteilten. Aber bedeutet das angesichts der Marktmacht von Amazon nicht, dass faktisch ein einzelner Konzern im Wesentlichen entscheidet, was gelesen wird?

Ein hervorragender Artikel. Ich stimme übrigens meinem Vorredner DerBernd zu - es müsste ein internationales Abkommen über die FREIHEITEN im Internet geben. Daran ist aber natürlich niemand interessiert - am wenigsten die Eliten, die das beschließen müssten. Aus diesem Grunde gibts ACTA, PIPA, IPRED, und wie sie nicht noch alle heißen.
Schön wird der Tag, an dem es auf einmal kein Öl, Kupfer oder Elektrizität mehr gibt - denn dann werden wir wieder alle eine völlig freie Meinung haben!

Der Artikel hört leider an einer Stelle auf an der es interessant wird: Wie schaffen es derartige Unternehmen eigentlich ihre Moralvorstellungen der Welt aufzudrücken?
Indem hemmungslos zensiert und moderiert wird. Mit welch fragwürdigen Mitteln Facebook moderiert und zensiert und was sie nicht wollen, dass ihre User sehen, darüber findet man mehr hier: http://www.telegraph.co.uk/technology/facebook/9118778/The-dark-side-of-Facebook.html

es ist nunmal so, dass nazis mittlerweile kapiert haben, dass man mit hetzparolen aus dem vorigen jahrhundert keinen blumentopf mehr gewinnen kann. die werden mittlerweile regelrecht geschult, um eine breitere öffentlichkeit anzusprechen. die meisten "religionskritik"-debatten in deutschland sind plump, polarisierend, grundrechte mißachtend und generell nicht an einer konstruktiven lösung interessiert und würde sich eine zeitung in gleicher weise dem judentum widmen, wäre das ihre letzte ausgabe. heutzutage holt man sich die juden lieber als argumentatives schutzschild gegen rechts mit ins boot, denn die haben ja wiederum einen gemeinsamen feind.das hat mit konstruktiver religionskritik nicht viel zu tun - "querfront" nennt sich das im nazijargon. heutzutage gründet man auch keine npd mehr, die abschreckend wirkt und mit 3% verkümmert, sondern eher eine konservative/liberale uboots-partei, in die man dann schleichend immer mehr politisch glattgeschliffene propaganda einfliessen lässt, bei der sich jeder hinz und kunz angesprochen fühlt und halt auch jeder adolf. und hinterher wills mal wieder keiner gewesen sein.
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