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Internetwerbung floriert: Google baut weiter am besseren Apple

Es scheint, als habe Google wieder in die Spur zurückgefunden. Ein starkes Werbegeschäft um die Weihnachtszeit ließ den Gewinn in die Höhe schnellen. Vergessen ist der Ausrutscher im Spätsommer. Das nächste Ziel: Apple.

Google konnte dank starker Werbeeinnahmen um die Weihnachtszeit das schlechtere letzte Quartal vergessen lassen. Quelle: Reuters
Google konnte dank starker Werbeeinnahmen um die Weihnachtszeit das schlechtere letzte Quartal vergessen lassen. Quelle: Reuters

Mountain ViewDas enttäuschende dritte Quartal ist vergessen, Google ist zurück: Besser als erwartete Zahlen für das Weihnachtsquartal katapultierten die Aktie des Webkonzerns nach Börsenschluss um rund fünf Prozent in die Höhe. Immer klarer kristallisiert sich dabei die große Linie des jungen CEO Larry Page ab: Er will das bessere Apple bauen. Hardware, Betriebssystem, Software und Internetdienste aus einer Hand.

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Die Online-Werbung boomt, laut Chief Business Officer Nikesh Arora geben alleine die 25 größten Werbekunden im Schnitt 150 Millionen Dollar pro Jahr auf Google-Seiten aus. Die Verluste beim Problemkind Motorola Mobility, 2012 für 12,5 Milliarden Dollar übernommen, sinken. Es werde aber noch einige unruhige Zeiten geben, bis man Erfolge sehen werde, warnt Finanzvorstand Patrick Pichette.

Googles wichtigste Geschäfte

  • Suche

    Die Suchmaschine ist Googles Herz. Gut 90 Prozent von Umsatz und Gewinn werden hier generiert. Zusammen mit Google Maps besteht ein fast uneinholbarer Vorsprung zu den Wettbewerbern. Die Masse der Forschung wird auf die Suche konzentriert.

  • Android

    Googles Betriebssystem Android hat sich auf dem Mobilfunkmarkt durchgesetzt. Es ist die Eintrittskarte in den mobilen Internetmarkt, die lokale Suche und das Geschäft mit Software, Apps und Medien. Damit ist Android die Versicherung für die Zukunft. Problem: Massiver Beschuss durch Patentklagen. Hier droht eine echte Gefahr.

  • Google Apps/G-Mail

    Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandsteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

  • Google+

    Zum Leben verdammt: Der Spätstarter im Social-Networking-Bereich ist die letzte Chance, dem Giganten Facebook Paroli zu bieten.

  • Cloud-Computing

    Rechen- und Speicherleistung im Internet ist das Herzstück vieler Google-Dienste und eine vielversprechende Erweiterung in den Geschäftskundenbereich. Google kann dort seine Stärken ausspielen.

  • Motorola

    Mit der Übernahme von Motorola ist Google 2012 ist die Hardware-Produktion eingestiegen. Bislang belastet die Sparte allerdings die Bilanz mit Verlusten.

  • Chrome OS

    Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Operativ verlor Motorola noch einmal 353 Millionen Dollar im Quartal. Derzeit werde die gesamte vorgefundene Produktpalette für die kommenden zwölf bis achtzehn Monate überarbeitet. Die Sparte für Settop-Boxen und Homeprodukte wird verkauft, ein entsprechender Vertrag ist unterschrieben. Zurück bleibt das reine Mobilgeschäft.

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CEO Larry Page lässt derweil keinen Zweifel an dem langfristigen Engagement bei dem Hardwarehersteller, der mittlerweile gut elf Prozent des Umsatzes repräsentiert. Page hat große Pläne mit der gestrauchelten Ikone des amerikanischen Mobilfunkmarktes. Smartphones, Tablets, Laptops, all dies seinen immer noch „unerforschte Gebiete“, glaubt er. Seit der Geburt des PCs habe es keine dermaßen dramatischen Umwälzungen in der Industrie gegeben wie derzeit. Deshalb sei der Einstieg in die Geräteproduktion „eine der größten Wetten“, die Google derzeit eingehe, so Page. Google verkauft derzeit zwei Tablet-Modelle und ein Smartphone seiner Nexus-Serie, die von asiatischen Herstellern gefertigt werden, daneben das Laptop Chromebook.

Was US-Konzerne über ihre deutsche Steuerlast verraten

  • Amazon

    Länderspezifische Zahlen weist das Unternehmen nicht aus. Man zahle aber alle anwendbare Steuern in jedem der Länder, in denen das Unternehmen tätig ist. Details für Großbritannien zeigen, dass der Konzern dort keinerlei Unternehmenssteuern zahlt.

  • Apple

    Ein Apple-Sprecher macht es kurz: "Apple gibt keine regionalen Zahlen bekannt, daher kann ich Ihnen keine Gewinn- bzw. Steuerangaben für Deutschland nennen." Ähnlich wie bei Amazon erbringt die deutsche Apple GmbH lediglich Dienstleistungen für mit Apple verbundene Unternehmen.

    Die Gesellschaft meldete einen Umsatz von 53 Millionen Euro im Geschäftsjahr bis Ende September 2011 und zahlte fast sieben Millionen Euro Steuern. Die Apple Retail GmbH machte im selben Zeitraum einen Umsatz von 174 Millionen Euro, meldete aber einen Verlust in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Die GmbH verzeichnete eine Steuerrückzahlung von 201.493 Euro.

  • Google

    Die Google Germany GmbH meldet für 2011 eine Umsatz in Höhe von 190 Millionen Euro und einen Gewinn in Höhe von 16,2 Millionen Euro. Die abgeführten Steuern betragen 5,3 Millionen Euro.

  • Microsoft

    Das Unternehmen rechnet vor, 31 Prozent Unternehmenssteuer auf den Gewinn gezahlt zu haben. "Bei der Betrachtung der Steueraufkommens, das mit Microsoft insgesamt verbunden ist, ist zu beachten, dass der bei weitem größte Anteil des Umsatzes/Gewinns/Steueraufkommens über unsere 38.000 Partnerunternehmen erbracht wird", so ein Sprecher. Der Finanzbericht der Microsoft Deutschland GmbH (für das Geschäftsjahr bis Ende Juni 2011) weist einen Umsatz von 682 Millionen Euro aus und eine Steuerlast in Höhe von etwas über 29 Millionen Euro.

  • Starbucks

    Insgesamt 160 Filialen hat die Kaffeehaus-Kette Starbucks in Deutschland. Eine Sprecherin teilt mit: Starbucks [hat] es niemals umgangen, in Deutschland Steuern zu zahlen. In den vergangenen drei Jahren haben wir Steuern in Höhe von insgesamt mehr als 19 Millionen Euro bezahlt, unter anderem für Sozialversicherung und Unternehmenssteuer."

    Das die Sozialversicherung in diese Angabe mit eingezogen wird, dürfte einen guten Grund haben. Denn für das Geschäftsjahr 2010/11 hat die Starbucks Coffee Deutschland GmbH einen deutlichen Verlust gemeldet und darin keine Hoffnung geweckt, dass sich die Lage bessern könnte. "Aufgrund des Jahresfehlbetrages des Geschäftsjahres sowie der Verlustvorträge ergibt sich kein Steueraufwand", heißt es im Jahresbericht.

Im Gegensatz zu seinem Unternehmen geht es dem CEO und Mitgründer allerdings noch immer nicht richtig gut: Ruhig und mit rauer Stimme, bedächtig sprechend, eröffnete Page die gewohnte Telefonkonferenz zur Vorlage der Quartalszahlen. Im Vorquartal hatte er wegen einer Erkrankung der Stimmbänder das Gespräch nicht leiten können, was bei Analysten Unsicherheit über seinen allgemeinen Gesundheitszustand ausgelöst hatte.

  • 23.01.2013, 11:05 Uhrkaka

    Warum melden deutsche Wirtschaftszeitungen nie, was Google mit Werbung auf iOS im Vergleich verdient. Diese Zahlen sind sehr erhellend!
    Auch die Meldung, dass das iPhone nun schon seit zwei Monaten die Marktführerschaft von Android im zweitwichtigten Markt der Welt (USA) übernommen hat sucht man vergeblich. DEr Opionsmarkt will AAPL seit Monaten schlechtschreiben, wegen auslaufender Put-Optionen zum 19.01. Darüber sollte recherchiert und berichtet werden.

  • 23.01.2013, 08:16 UhrBGC

    Gefühlt kann kein Mensch ohne Google Maps leben und gemäß der "allgemeinen Meinung" wird niemand mehr Apple Maps nutzen.
    Zahlen zum Vergleich
    Google Maps - 48 Stunden - 10 Millionen downloads - angeblich unverzichtbar
    TempleRun2 - 48 Stunden - 20 Millionen downloads - nettes Spiel, aber verzichtbar
    Danke Apple, dass Google nun endlich gezwungen wurde, grundlegende Funktionen von Android Google Maps nach Jahren auch auf iOS Google Maps auch verfügbar zu machen.

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