Internetwerbung
Online schlägt Radio

Erstmals melden deutsche Internetangebote ausgebuchte Werbeplätze. Manche sagen, 2006 werde das bislang wichtigste Jahr für die Onlinewerbung. Die Anzeigenabteilungen reiben sich schon die Hände.

Es war eine schwere Zeit für die Werber. Erst waren sie die gefeierten Helden. Und dann entpuppte sich ausgerechnet ihr Hoffnungsträger, das Internet, als Millionengrab. Der erhoffte Geldsegen blieb aus, Tausende verloren ihre Jobs und Resignation machte sich breit. Die Kreativen sahen ein, dass sich im Internet kein Geld verdienen lässt und widmeten sich ihrem traditionellen Geschäft.

Diese Zeit ist vorbei. Denn Onlinewerbung ist gefragter denn je. Im vergangenen Jahr legte der Umsatz bereits kräftig zu. Und 2006 werden die Fußball-Weltmeisterschaft, weiter steigende Investitionen in neue Online-Werbeformen, mehr Nutzer von mobilen Angeboten und die zunehmende Akzeptanz des Mediums Internet der Branche nach Meinung von Experten erneut einen ordentlichen Schub verleihen. „Deutschland war lange etwas konservativer als die europäischen Nachbarn – jetzt erst nehmen viele Unternehmen das Thema richtig ernst“, sagt Julian Smith, Analyst von Jupiter Research in London. „Die Branche wird erwachsen“.

 „Die Durststrecke ist überstanden“

Onlinewerbung lief lange nebenbei. Jetzt entwickeln sich vollkommen neue Werbeformen. Wie die aussehen, erklärt Alexander Reibnitz, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger im Interview mit Handelsblatt.com.

Der Bundesverband Digitaler Wirtschaft (BVDW) schätzt das Wachstum von Onlinewerbung für das vergangene Jahr auf 60 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet der Verband ein Wachstum von 46 Prozent, weist aber darauf hin, dass die Schätzung konservativ ist. „Im vergangenen Jahr mussten wir die Zahlen auch ständig nach oben korrigieren", sagt Christoph Salzig vom BVDW. „Aber das ist besser, als sich zu überschätzen“. Nicht vergessen darf man bei diesen Wachstumsraten, dass zum Beispiel der Marktanteil von Fernsehwerbung immer noch mehr als zehn Mal so groß ist. „Man sollte keinen Hype herbeireden“, sagt Hans Bauer, Marketing-Experte der Universität Mannheim. „Was aber stimmt ist, dass das Interesse an Online-Marketing stark zunimmt“.

In den vergangenen Jahren haben sich Unternehmen bei Online-Marketing-Investitionen zurückgehalten, dieser Investitionsstau wird nun abgebaut. „Nach Finanzdienstleistern und Reiseanbietern, die schon früh dabei waren, nutzen nun auch zunehmend Einzelhandel und Konsumgüterhersteller die Onlinewerbung“, sagt Analyst Smith. „Letztes Jahr war noch durch viele Neueinsteiger geprägt, in diesem Jahr wird sich das Geschäft etablieren“. So nutzen zum Beispiel große Supermarktketten das Internet zunehmend als Werbe- und Verkaufsplattform.

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