Interview
Höttges: „Kooperation war nicht der einzige Plan“

Timotheus Höttges ist Finanzvorstand der Telekom. Im Kurzinterview mit dem Handelsblatt erklärt Höttges die Hintergründe für die jüngsten T-Mobile-Pläne in Großbritannien.

Herr Höttges, fusioniert T-Mobile UK mit Orange, weil die Kaufangebote zu niedrig waren?

Timotheus Höttges: Eine Kooperation war nicht unser einziger Plan. Unser neues Management in Großbritannien hat einen Sanierungsplan ausgearbeitet, der vor allem auf reduzierte Kosten und aggressivere Preise setzt. Auf den hätten wir zurückgegriffen, wenn wir uns nicht mit einem Wettbewerber geeinigt hätten.

Haben Sie noch mit anderen Wettbewerbern verhandelt?

Wir hatten ein weiteres Angebot für ein Joint Venture, aber da wären die Synergien zu gering gewesen.

Das kann nur der kleine Rivale Drei gewesen sein ...

Dazu möchte ich mich nicht äußern. Wir teilen uns bereits das Datennetz mit Drei und erweitern diese Kooperation jetzt um das Datennetz, das Orange einbringt. Drei profitiert von der Vereinbarung mit Orange, hätte aber so oder so kein Widerspruchsrecht dagegen.

Wie ist die Idee eines Joint Ventures entstanden?

Die Vorstandchefs René Obermann und Didier Lombard haben sie entwickelt, und wir haben in den vergangenen drei Monaten intensiv an den detaillierten Plänen gearbeitet.

Sie planen, vier Mrd. Euro Synergien zu erzielen. Gehört dazu Personalabbau?

Ganz klar: leider ja. Das wäre aber auch bei einem Verkauf oder im Falle der eigenständigen Weiterentwicklung der Fall gewesen. Das ist aber nicht der Hauptteil der Synergien. Und wir können in dem Joint-Venture den Mitarbeitern eine langfristige Perspektive beim Marktführer bieten.

Welche Auswirkungen hat der Deal auf die Telekom-Bilanz?

Wir werden schon im kommenden Jahr den Free Cash-Flow in Großbritannien dadurch steigern.

Analysten erwarten 400 Mio. Euro mehr. Ist das realistisch?

Die genaue Größenordung für 2010 haben wir nicht ganz vor Augen. Aber wir erwarten, dass der Betrag nicht weit davon entfernt liegt.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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