Interview
Microsoft-Chef: „Der Fernseher ist tot“

Achim Berg ist der Chef von Microsoft-Deutschland. Im Interview mit dem Tagesspiegel erklärt Berg, wieso Microsoft Teile des Office-Pakets kostenlos ins Netz stellen will und wie der Softwareriese seine Nutzer vom total vernetzten Zuhause überzeugen will.
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Herr Berg, das neue Betriebssystem Windows 7 und die Suchmaschine Bing haben viel Lob bekommen. Was ist passiert bei Microsoft?

Achim Berg: Vor etwa drei Jahren - da war ich ganz neu im Unternehmen - hat es ein Meeting mit Microsoft-Chef Steve Ballmer und den Führungskräften gegeben. Es wurde diskutiert, wie Microsoft sich ausrichtet, und Steve Ballmer hat seine Vision umrissen, wie er Microsoft in Zukunft sieht. Das Meeting hat 21,5 Stunden gedauert.

Wie lange?

21,5 Stunden, durchgehend, ohne Pause. Es ging um die Frage: Wie wird Microsoft für den Konsumenten wieder relevant, wie stellt sich Microsoft auf und schließlich auch, wie steuere ich den Computer der Zukunft? Seither werden einige Dinge anders gemacht. Vor allem haben wir gelernt, den Nutzern zuzuhören. Die haben wir ganz konkret gefragt: Was können wir besser machen? Ein Resultat ist Windows 7.

Welche Verbesserungen wollten die Nutzer denn?

Ein einfaches, schnelles Betriebssystem, das ihnen hilft, ihre Aufgaben zu erledigen. Seit Februar haben Millionen von Testern ihre Rückmeldungen zu Windows 7 gegeben, auch aus Deutschland. Es gab viele Vorschläge, auch Kleinigkeiten, die wir dann bewusst eingearbeitet haben. Auch ich habe Feedback gegeben. Ich wollte, dass der Fortschritt eines Downloads in einem Balken in der Leiste unten dargestellt wird. Das gibt es jetzt.

Und wie wird der Computer der Zukunft gesteuert?

Maus und Tastatur gehören der Vergangenheit an. In einem Prototypen, wir nennen ihn Natal, zeigen wir wie man einen Computer allein mit Gesten, Mimik und Sprache steuert. Das ist wirklich eine Sensation.

Es klingt nach einer Spielerei?

Nein. Wir werden die Technik zwar zuerst auf der Spielkonsole sehen. Aber Natal ist weit mehr als das. Es ist im Prinzip eine interaktive Steuerung des Computers. Auch dazu ein Beispiel: Ich kann mir vorstellen, dass ich irgendwann in mein Wohnzimmer komme, auf meinen Fernseher schaue, und der sagt zu mir: Hallo Achim, was möchtest Du sehen? Dann macht er mir Vorschläge, und ich kann ihm sagen oder durch Gestik und Mimik einfach zeigen, was ich möchte.

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