Interview mit HBO-Chefs
"Deutschland ist wie wir vor 20 Jahren"

„Sex and the City“, „Die Sopranos“, „True Blood“ - der US-Sender HBO hat einige der beliebtesten Serien auf den Markt gebracht. Nun kommt die Firma auch nach Deutschland. Woran es noch hakt, erklärt die HBO-Spitze.
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Warum brauchen Sie Sky überhaupt in Deutschland? Hätten Sie es nicht auch allein versuchen können auf dem deutschen Markt?

Michael Lombardo: Zwei Dinge: Ich denke, der deutsche Markt ist ein sehr reifer Markt. Und wir haben allein gar nicht das Volumen. Wir produzieren etwa 100 oder 120 Stunden Originalprogramm pro Jahr. Das reicht nicht für einen Vollzeit-Sender. HBO-Programme sind traditionell eher nicht die, die kommerzielle Sender für ihren besten Sendeplatz kaufen. Sie sind nicht für Werbeblöcke gemacht, es sind Serien, bei denen man - meistens - sehr genau hinschauen und zuhören muss. Da ist es einfach gut, wenn man - wie wir jetzt mit Sky - einen Partner findet, der ähnlich tickt wie wir.

Richard Plepler: Es geht uns um unsere Marke und darum, sie zu stärken - in den USA und auf der ganzen Welt. Für ein langfristiges Wachstum braucht man einen Partner, der hilft, die Marke in einem Markt aufzubauen, den er viel besser kennt als Du. Wenn man sein Programm über mehrere Sender verteilt, ist es viel schwieriger, die Marke aufzubauen und mehr als 125 Millionen Zuschauer zu erreichen - vielleicht 200 Millionen. Wir sind zusammen stärker als allein und werden hoffentlich beide von der Zusammenarbeit profitieren.


Ist es besonders schwierig, in den deutschen Markt einzusteigen?

Lombardo: Die allgemein akzeptierte Weisheit über Deutschland war, dass es ein sehr schwieriger Markt für US-Shows war - es sei denn, man hatte "CSI". Die Shows, die hier gut funktioniert haben, waren die, die auch im US-Fernsehen gut gelaufen sind. Das ist aber nicht unser Geschäft. Ich denke, Sky repräsentiert eine gewisse Entwicklung in der deutschen Fernsehlandschaft. Vor fünf Jahren hätte es die Möglichkeit für uns gar nicht gegeben, in den deutschen Pay-TV-Markt einzusteigen.

HBO ist mit seinen Serien so gut wie immer für die Emmys nominiert. Warum?

Plepler: Qualität ist unser Parameter und das, was uns definiert. Für viele Sender geht es eher darum, wie groß ihr Publikum ist - dadurch bekommen sie nicht unbedingt die originellsten künstlerischen und aufregendsten Stimmen. Wir haben das Glück, dass diejenigen, die beim Geschichtenerzählen etwas neues, und frisches machen wollen, zuerst zu uns kommen. Inzwischen können sie auch woanders hingehen, aber wir bekommen immer noch mehr als einen gerechten Anteil vom Kuchen ab. Es geht uns eher um gute Ideen als die Frage, wie viele Zuschauer wir damit erreichen können. Wir haben eine Kultur und ein Umfeld geschaffen, in dem die Leute gerne arbeiten. Und das hat sich unter den Kreativen herumgesprochen.


HBO ist inzwischen eher ein Ort für Kreativität und Originalität als Hollywood?

Lombardo: Unser Geschäftsmodell, für das unsere Kunden monatlich zahlen, erlaubt es uns, nicht mit jeder Show Geld machen zu müssen. Wir müssen uns nicht überlegen, ob wir das Geld für eine bestimmte Serie auch direkt wieder zurückbekommen. Das gibt uns Freiheit. Natürlich arbeiten tausende talentierte Leute für das Filmgeschäft. Aber die antworten auf ein anderes wirtschaftliches Modell. Bei uns ist es so: Nicht jeder Kunde muss jede HBO-Show lieben, aber wir brauchen eine Gruppe von Leuten, die bei uns ihre Lieblingsserie finden und damit eine Leidenschaft verbinden...

Plepler: ... oder sogar eine Sucht. Wir bekommen unzählige Anfragen wie: Wann geht es weiter mit "Game of Thrones"? Ich kann es nicht mehr abwarten. Es ist diese Leidenschaft, auf die wir setzen.

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  • Zitat: "Plepler: Zur Zeit nicht, nein. Wir haben einen fairen Preis, viele Nutzungsmöglichkeiten, und das ist ein gutes Modell."

    Das finde ich nicht.

    Wo kann man denn die zweite Staffel von Games of Thrones bisher gucken wenn man kein Sky hat? Wo kann man sich die Blu-Ray oder DVD der zweiten Staffel kaufen?

    Es gibt da keine legalen Quellen in Deutschland.

    Da darf man sich dann auch nicht über die illegalen Downloads wundern.

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