Interview mit Henning Kagermann
SAP-Chef erklärt den Datenklau

Schenkt man SAP-Chef Henning Kagermann Glauben, dann schießt Konkurrent Oracle mit Kanonen auf Spatzen, wenn er der US-Dienstleistungstochter des Walldorfer Softwareriesen Diebstahl geistigen Eigentums vorwirft. Kagermanns Aussagen deuten darauf hin, dass SAP den Fall eher als PR-Problem denn als juristisches betrachtet.

Handelsblatt: Herr Kagermann, was ist denn nun eigentlich passiert bei Tomorrow Now?

Henning Kagermann: Die Kunden geben ihr Passwort für die Wartung der Oracle-Systeme an Tomorrow Now als Dienstleister weiter. Das ist auch üblich. Das Passwort berechtigt beispielsweise zum Herunterladen von aktualisierter Software von gekauften Produkten. In einigen Fällen wurde dieser Rahmen überschritten.

Und was wurde dann mit den Daten gemacht?

Das wissen wir noch nicht zum derzeitigen Zeitpunkt. Wir wissen aber sicher, dass es keinerlei Zugriffe von SAP-Mitarbeitern auf diese Daten gab. Der Vorwurf des massiven Diebstahls von „intellectual property“, geistigem Eigentum, ist also nicht nachvollziehbar.

Kann Ihr Statement und die Entschuldigung denn als Angebot an Oracle gewertet werden, die Sache außergerichtlich zu klären?

Nein, aber wir prüfen alle rechtlichen Optionen. Das ist aber normal und wird auch vom US-Gericht erwartet. Was allerdings schon verwundert, ist die Tatsache, dass man das Thema, wenn es so früh bekannt war, nicht sofort über die normalen Kanäle erörtert und gelöst hat. Es ist ja nicht so, dass es keine Verbindungen zwischen Oracle und uns gibt.

Befürchten Sie jetzt weitere Klagen, etwa Sammelklagen von Kunden?

Nein, dafür gibt es keinen Grund.

Die Fragen stellte Jens Koenen

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